Ein "Klassiker" nimmt Abschied

Dr. Bruno Mrozek verlässt nach 22 Jahren die Pfaffenhofener Ilmtalklinik

Weit über 100 Gäste waren der Einladung von Dr. Bruno Mrozek zu seiner Abschiedsfeier im Foyer der Ilmtalklinik gefolgt. Darunter neben seiner Familie und den Kollegen aus der Ilmtalklinik zahlreiche bekannte Gesichter aus dem Landkreis. Nach einem Stück von Mozart, gespielt von dem Flötenduo Kathi Leopold und Gudrun Jurmann, das den ganzen Abend über für die musikalische Untermalung sorgte, begrüßte Geschäftsführer Hans Huber die Gäste.
Landrat Rudi Engelhard gab eine kurzen Lebenslauf Mrozeks wieder. Er erinnerte an die Gründung der Krankenhaus GmbH vor etwa zehn Jahren. Damals sei der Termin in der Ruhestandsliste hinter Dr. Mrozeks Namen leer geblieben, er wollte es sich noch offen halten. Mit einem "herzlichen Vergeltsgott" dankte Engelhard Dr. Mrozek für seine über die Jahre geleistete, vorbildliche Arbeit und wünschte ihm für die Zukunft alles Gute. Die Laudatio von Dr. Johannes Teufel war ein Höhepunkt des Abends. "Bei flüchtiger Betrachtung könnte man auch vermuten, Dr. Mrozek folgte dem Förderungsmodell von Familienministerin von der Leyen und gehe als Hausmann in den Erziehungsurlaub," so der Festredner. Die Altersteilzeit mit 63 Jahren sei aber sehr wohl berechtigt, da Dr. Mrozek nach 35 Jahren als Chirurg, 21 davon in leitender Position, so viele Überstunden angehäuft habe, dass es selbst bei einer Arbeitszeit bis 67 noch zu einem Freizeitausgleich käme. Dr. Teufels humorige Rede sorgte immer wieder für ein herzliches Lachen. So auch, als er ein Schweizer Taschenmesser unter dem Rednerpult hervorholte und auf die begeisterte Pfadfinderei zu Schulzeiten Dr. Mrozeks einging, die vermutlich die Wurzel für die unzertrennliche Freundschaft mit dem Messer sei, das er nur im OP ablegt, wo aber immer für entsprechenden Ersatz gesorgt war. Dr. Mrozeks persönliche Grundstimmung, Umgangsstil und Verhaltensweisen seien stets konstruktiv, positiv, optimistisch, kommunikativ, unkonventionell und nie formell-distanziert gewesen, so Dr. Teufel: "Er nun vom Chefarzt zum häuslichen Assistenten, dem nicht automatisch die Instrumente gereicht werden".
Dr. Anton Wiedemann bezeichnete Dr. Mrozek in seiner Abschiedsrede als einen "Kollegen der Erstausstattung." Er habe den guten Ruf der Ilmtalklinik maßgeblich mitgeprägt. Er bezeichnete den Chefarzt als einen "modernen Klassiker, der vielleicht außer Mode, aber niemals in Vergessenheit geraten wird." Als Dr. Mrozek selbst ans Rednerpult trat, um sich nach 22 Jahren in der Ilmtalklinik zu verabschieden, schickte er vorweg, dass große Reden mit gedrechselten Worten nicht seine Stärke seien. Daher hatte er seine Abschiedsworte in ein Alphabet gefasst - und damit die Lacher auf seiner Seite. Selbst um das Y war der Arzt nicht verlegen, hier dankte er seinen Assistenten, die gemeinsam mit ihm zahlreiche Ypsilonprothesen eingebaut hatten. Am Ende seiner Rede dankte er seiner Frau für ihre Geduld, die sie während seiner häufigen Abwesenheit bei der Erziehung der beiden Kinder aufgebracht hatte, wobei er als stolzer Vater mit den Worten schloss: "Vielleicht sind die beiden aber auch gerade deshalb so gut geraten". Im Anschluss gab es noch ein gemütliches Beisammensein und für das leibliche Wohl war mit einem reichhaltigen Buffet und erlesenen Weinen bestens gesorgt. (Text: Pfaffenhofener Kurier)

 
Dr. Bruno Mrozek (im Bild rechts mit seiner Frau) nahm nach 22 Jahren Abschied von der Ilmtalklinik. Unser Foto zeigt ihn mit (v.l.) Dr. Johannes Teufel, Dr. Anton Wiedemann, Landrat Rudi Engelhard und Geschäftsführer Hans Huber.

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