Wohlbefinden und schnellere Genesung im "Bauchzentrum"

Ilmtalklinik Pfaffenhofen stellt ihr neues, junges Ärzteteam mit modernen Verfahren im Deutschen Hopfenmuseum in Wolnzach vor

Die Hallertau hat einen neuen Kristallisationspunkt: das Deutsche Hopfenmuseum. Und genau so, wie in dieser Einrichtung aus einer Vielzahl von Einzelaspekten eine bewundernswerte Einheit entstanden ist, ist die Ilmtalklinik Pfaffenhofen auch ein Kristallisationspunkt in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit für die Gesundheit der Menschen geworden. Als Hausherr in doppelter Funktion stand Landrat Rudi Engelhard am Mittwochabend im Hopfenmuseum in Wolnzach am Rednerpult: Als Vorsitzender des Zweckverbandes Deutsches Hopfenmuseum und als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Ilmtalklinik. Die hatte sich nämlich das Museum und damit Wolnzach ausgesucht, um ihr seit 1. Januar 2006 im Betrieb befindliches "Bauchzentrum" vorzustellen. Obwohl vorwiegend Ärzte und Fachleute des Gesundheitswesens geladen waren, wurde der Nutzen für den Patienten bei allen drei Vorträgen doch sehr verständlich: Durch eine Zusammenarbeit über die einzelnen Abteilungen hinweg, neue und schonendere Operationsmethoden und auch -techniken soll der Patient gezielter behandelt und schließlich schneller wieder genesen können.
"Das Gesicht der Ilmtalklinik hat sich wesentlich verändert", nahm der ärztliche Direktor Dr. Christian Firschke gleich das vorweg, was auch dem Besucher auffällt. Die Fäden des neuen "Bauchzentrums" in der Station 2 laufen bei Prof. Dr. Andrea Raffaella Müller, Chefärztin Visceralchirurgie, und PD Dr. Klaus-Peter Platz, Oberarzt Visceralchirurgie, zusammen. "Die Ilmtalklinik ist stolz, zwei solche Spitzenchirurgen zu haben", fasste Dr. Firschke zusammen.
Die beiden Mediziner haben sich währen ihrer beruflichen Laufbahn auf Bauchchirurgie spezialisiert, Erfahrungen in den USA gemacht und weit beachtete eigene Studien betrieben. Dr. Platz führte aus, das nun auch die Ilmtalklinik beispielsweise Blinddarm-Operationen laparoskopisch durchführen kann, also keine "offene" Operation ansetzen muss. Medizinisch und auch technisch wurden hierfür wesentliche Veränderungen durchgesetzt, die die Ilmtalklinik im Standard bedeutend angehoben haben. Die schnellere Genesung des Patienten und sein Wohlbefinden stehen unbedingt im Vordergrund. Auch Leberteilentfernungen - zum Beispiel bei bösartigen Tumoren - können nun sehr schonend gemacht werden: Sogar bei Entfernungen bis zu 80 Prozent könne sich, so Dr. Platz die Leber in bis zu acht Monaten wieder regenerieren.
Viele Operationen hat das Team um Prof. Dr. Müller und Dr. Platz in diesen ersten sechs Wochen bereits durchgeführt. So wurden schon über 30 Patienten an der Galle laparoskopisch, also mit dem so genannten "Bachspiegel", behandelt, "ohne Probleme" wurden auch bereits vier "Pankreaskopf"-Entfernungen durchgeführt.
Prof. Dr. Müller vertiefte die neuen Methoden an der Ilmtalklinik, die sich mit der Überschrift "Fast-Track" zusammen fassen lassen. "Fast-Track-Rehabilitation" ("Schneller-Weg" - Genesung) beinhaltet eine komplexe Behandlung des Patienten auf Grund neuester Forschungsergebnisse: schonende Narkose, frühe Mobilisation, frühe Ernährung, keine Darmspülung sind nur einige von vielen Eckpunkten. Da ein Blutzucker-Wert zwischen 80 und 120 erwiesenermaßen wesentlichen Einfluss auf die Genesung des Operierten hat, wird zum Beispiel vor Darmoperationen abends sogar noch leichte Kost gereicht. Prof. Dr. Müller: "Es hat sich gezeigt, dass sich die Nüchternheit vor der Operation auf den Blutzuckerspiegel negativ auswirkt."
Eine enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Abteilungen im Krankenhaus - zum Beispiel Innere Medizin und Chirurgie - und auch mit den behandelnden Ärzten schafft zudem die Voraussetzung dafür, dass der Patient optimal behandelt werden kann. Prof. Dr. Müller sprach sich sogar dafür aus, im Einzelfall sogar das direkte Gespräch mit dem Hausarzt nach einer Operation zu suchen.
Dr. Volker Stagge, Internist und Diabetologe, bestätigt die Zusammenarbeit der Abteilungen an der Ilmtalklinik: "Wir wollen keine Konkurrenzsituationen, sondern beraten gemeinsam, wie der Patient wo am besten versorgt ist." Zum Beispiel wird täglich eine gemeinsame Visite durchgeführt, um das gesamte Krankheitsbild eines Patienten ausleuchten zu können.
Die Zusammenarbeit an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen hat ein Ziel: die "gute Bachmedizin". Dem haben sich das junge Ärzteteam und alle Kollegen an der Pfaffenhofener Ilmtalklinik verschrieben. In Wolnzach baten sie daher am Ende des Abends nur noch um eines: um die gute Zusammenarbeit auch mit den niedergelassenen Ärzten im Dienste einer optimalen Patientenversorgung. (Text: Pfaffenhofener Kurier)

zurück zur Übersicht