Burnout - Erschöpfung durch Stress

"Burnout - Erschöpfung durch Stress", so lautete vor kurzem das Thema des Gesundheitsforums in der Ilmtalklinik Pfaffenhofen. Referentin des Abends war Dipl. Psychologin Renate Wätzel. Sie ist Psychologische Psychotherapeutin mit Praxis in Rohrbach.
Burnout, zu deutsch: Ausgebrannt-sein, bezeichnet einen Zustand chronischer, körperlicher und emotionaler Erschöpfung. Ausgebrannt-sein kann jeden zu jeder Lebenszeit treffen. Verursacher ist anhaltender Stress, der die Betroffenen über Jahre bis Jahrzehnte hinweg belastet.
"Engagiert in der Partnerschaft, aufopferungsbereit in der Familie und pflichtbewusst im Beruf gehen die Betroffenen in vielen Rollen auf, ohne dabei den schleichenden Prozess der Energie-Erschöpfung wahrzunehmen", so schildert die Referentin den Beginn der Erkrankung. Vorherrschend ist ein Gefühl der Müdigkeit und Kraftlosigkeit; klassische Symptome sind abrupte Stimmungsschwankungen, Ruhelosigkeit, Pessimismus und Intoleranz. Motivation und Kreativität verringern sich, das emotionale, soziale und geistige Leben verflacht. Hinzu kommen ständige psychosomatische Reaktionen, wie etwa Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden und chronische Muskelverspannungen. Der klassische Burnout-Prozess geht schließlich in Depressionen über, mit Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und dem Gefühl von Leere und Sinnlosigkeit. Zum völligen körperlichen und seelischen Zusammenbruch ist es dann nicht mehr weit.
Zwei grundlegende Zusammenhänge sind dabei beachtenswert, verdeutlicht die Dozentin: "1. Der Körper versteht Stress als eine Gefahr und stellt dem Menschen Energie für eine Angriffs- oder Fluchtreaktion zur Verfügung. Zum Ausgleich regeneriert sich der Körper in entspanntem Zustand und baut neue Energiereserven auf". Bei Dauerstress wird ständig Energie bereit gestellt, aber es werden nicht genügend Reserven geschaffen, weil die Regenerationsphasen fehlen. Man erschöpft sich. Ausgebrannt-sein bedeutet, dass der Körper keine Energie mehr bereit stellen kann. Die Batterien sind leer. Zudem sind "die Batterien" aber auch in ihrer Funktion gestört, denn wenn man sie auflädt, entleeren sie sich sofort wieder. Dieser Zustand geht oft mit chronischen körperlichen Erkrankungen wie z.B. einer Immunschwäche einher.
Der zweite Aspekt: Unter Stress und Anspannung ist unsere Wahrnehmung auf das Außen gerichtet, und wir nehmen Körpersignale und Emotionen nicht mehr wahr. So entfremden wir uns von uns selbst, wenn wir dauernd in Anspannung leben. Wir verlieren das Gefühl dafür, wann wir Erholung, Nahrung, Bewegung, Kontakt mit anderen für einen Gedankenaustausch, eine Umarmung, ein gutes Wort u. a. m., brauchen. Schließlich leben wir so, als hätten wir keine Bedürfnisse mehr; wir funktionieren wie ferngesteuert.
Einige Möglichkeiten, Burnout vorzubeugen, sind: Auf die eigenen Körperbedürfnisse achten, regelmäßige Pausen und Erholung einplanen. Aufgaben delegieren oder auch ablehnen (nein sagen) und von Perfektionismus Abstand nehmen (gut ist gut genug). Wichtig sind Gespräche über die eigenen Probleme und die aktive Suche nach Lösungen. "Wenn man jedoch ausgebrannt ist, bedarf es einer langen Erholungszeit und Abstand zu dem, was vorher so erschöpfend war. Dazu kommt, meist für den Rest eines gesunden Lebens, tägliche Selbstfürsorge", informiert Renate Wätzel. Dies kann geschehen in Form von Bewegungs- und Entspannungsübungen (z.B. Yoga, ein mindestens halbstündiger Spaziergang), gesunde Ernährung, vor allem basenreiche Kost, Ruhezeiten und einem sehr regelmäßigen Tages- und Nachtrhythmus, der auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wesentlich ist, seine Lebensfreude wieder zu entdecken und sich diese künftig zu erhalten.

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