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Influenza und Vogelgrippe -
Ilmtalklinik organisiert Infoveranstaltung
Aus aktuellem Anlass organisierte die Ilmtalklinik Pfaffenhofen
im Rahmen des Gesundheitsforums eine Informationsveranstaltung zum Thema
"Influenza und Vogelgrippe". Die Veranstaltung richtete sich
an Ärzte, Pflegepersonal und sonstige Kontaktpersonen und gab Aufklärung
über Impfung, Verhalten sowie Desinfektions- und Schutzmaßnahmen.
Der Ärztliche Direktor der Ilmtalklinik, Priv. Doz. Dr. med. Christian
Firschke konnte hierfür Prof. Dr. med. Hans Dieter Nothdurft aus
der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität
München als Referenten begrüßen.
Die Influenza-Erreger gliedern sich in drei verschiedene Arten, so Prof.
Nothdurft. Die Influenza C entspricht den sporadischen, herdförmigen
Ausbrüchen der Grippe, während die Influenza B und A die gefährlicheren
Arten darstellen, die für Epidemien oder sogar Pandemien (weltweite
Ausbreitung) verantwortlich sind. Das Influenza A-Virus kann sowohl bei
Vögeln und zahlreichen Säugetieren, wie z.B. Schweinen und Pferden,
als auch beim Menschen auftreten. Es gliedert sich wiederum in viele Unterstämme,
wovon aber nur ein Bruchteil auf den Menschen übertragbar ist. Eine
viel größere Gefahr entsteht jedoch, wenn sich die bereits
existierenden Stämme durch Mutation verändern. Gegen diese "neuen"
Virus-Stämme fehlt die Immunität vollständig, weswegen
auch regelmäßig neue Antigenvarianten entwickelt werden müssen.
"Influenza-Epidemien treten häufig nicht vorhersehbar, jedoch
saisonal auf. In der nördlichen Hemisphäre ist die Zeit von
November bis April gefährlich und in der südlichen Hemisphäre
von Mai bis Oktober", erklärt Prof. Nothdurft. "In den
Tropen ist zum Teil ganzjährig die Gefahr eines Ausbruchs vorhanden".
Nach einer Schätzung der Welt-Gesundheits-Organisation fallen der
"normalen" Grippe weltweit jährlich 250.000 - 500.000 Menschen
zum Opfer. Bei Epidemien oder Pandemien würde die Zahl auf mehrere
Millionen steigen. "Auch in Deutschland zählt die Influenza
zu den Infektionskrankheiten mit der höchsten Todesrate", erklärt
Prof. Nothdurft weiter. "Bei einer normalen Ausbreitung handelt es
sich um 5.000 - 8.000 Todesfälle pro Jahr, dazu kommen etwa ein bis
zwei Millionen Arbeitsunfähigkeiten und bis zu 20.000 stationäre
Behandlungen."
Ein großes Problem stellt die Impfstoffherstellung dar. Er muss
jährlich neu hergestellt werden und die Produktion braucht eine Vorlaufzeit
von mindestens sechs bis acht Monaten. Da der Impfstoff in speziell präparierten
Eiern, sog. SPF-Eiern "gezüchtet" wird ist die Gefahr einer
Kontamination bzw. von Qualitätsproblemen sehr groß, und es
kann vorkommen, dass ganze Produktionen unbrauchbar werden.
Laut Prof. Nothdurft werden weltweit jährlich etwa 300 Mio. Grippeimpfungen
durchgeführt, davon allein 80 % in den Industrieländern. In
Deutschland entspricht das etwa 20 Mio. Impfungen pro Jahr, für die
gesamte EU etwa 90 Mio. und für die USA etwa 50 - 60 Mio. Impfungen.
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Prof. Dr. med. Hans Dieter Nothdurft aus der Abteilung
für Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität
München referierte zu dem aktuellen Thema "Influenza und Vogelgrippe".
Zum Ende ging Prof. Nothdurft noch auf die Krankheit
an sich ein. So hat die Influenza eine Inkubationszeit von ein bis drei
Tagen und zeigt sich dann durch plötzliches hohes Fieber, zum Teil
mit Schüttelfrost, durch Kopf- und Gliederschmerzen, trockenen Reizhusten
und Kreislaufbeschwerden. Als Komplikationen können zusätzlich
beispielsweise noch Lungenentzündung oder akutes Herz- und Kreislaufversagen
auftreten.
Für den Umgang mit erkrankten Patienten hatte Prof. Nothdurft noch
die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für Hygienemaßnahmen
erklärt: So sollen Patienten möglichst isoliert bzw. einzeln untergebracht
werden. Das für die Versorgung eingesetzte Personal sollte hinsichtlich
der zu beachtenden Schutzmaßnahmen auf jeden Fall geimpft und auch
geschult sein. Mund-Nasen-Schutz, Schutzkittel, Einmalhandschuhe sowie eine
geeignete Schutzbrille sind zu tragen. "Das Wichtigste Mittel im Umgang
mit der Erkrankung ist jedoch die Desinfektion", so Prof. Nothdurft.
So sollten sich die Kontaktpersonen als auch der Patient selbst regelmäßig
die Hände desinfizieren. Auch Geräte, Wäsche oder Möbel
die mit dem Erreger in Kontakt geraten sein könnten müssen regelmäßig
desinfiziert werden.
Im Anschluss an seinen Vortrag stellte sich Prof. Nothdurft noch für
eine Diskussionsrunde zur Verfügung. Mit Unterstützung von Landrat
Rudi Engelhard, dem Leiter des Gesundheitsamtes Pfaffenhofen Dr. med. Heinrich
Hirmer, dem Leiter des Veterinäramtes Dr. med. vet. Reinhard Repper
sowie dem Ärztlichem Direktor der Ilmtalklinik PD Dr. med. Christian
Firschke entbrannte noch eine rege Diskussion mit den interessierten Zuhörern.
Unter anderem wurden auch Fragen speziell zum Thema Vogelgrippe aufgegriffen,
worauf Prof. Nothdurft erklärte, dass die erste Erkrankungen an Aviärer
Influenza (Vogelgrippe) beim Menschen bereits 1997 in Hongkong festgestellt
wurde. Betroffen sind bisher vor allem Länder wie Thailand und Vietnam,
jedoch besteht immer die Gefahr einer weiteren Ausbreitung.
Obwohl in Deutschland bisher keine Vogelgrippe-Infektion festgestellt werden
konnte, riet Prof. Nothdurft, die Vorgaben für Geflügelhalter
zu beachten. So sollten Besitzer Ihr Geflügel möglichst nicht
frei laufen lassen, und auch umzäunte Ausläufe oder Ställe
überdachen. Damit soll ein Kontakt mit wilden Artgenossen vermieden
werden, da vor allem der Kot, den diese im Flug abgeben, virusverbreitend
sein kann.
Zum Abschluss der Veranstaltung trafen sich alle Anwesenden zu einem kleinen
Imbiss, wobei noch weitere Fragen diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht
wurden.
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Stellten sich für eine Diskussionsrunde zur
Verfügung (v.l.n.r.): Der Leiter des Veterinäramtes Dr. med. vet.
Reinhard Repper, Prof. Dr. med. Hans Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut,
Landrat Rudi Engelhard, der Leiter des Gesundheitsamtes Pfaffenhofen Dr.
med. Heinrich Hirmer, der Ärztliche Direktor der Ilmtalklinik PD Dr.
med. Christian Firschke und der Medizinischer Controller Dr. med. Thomas
Buhr.
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