"Prä- und Postoperative Verfahren und Therapien bei Wirbelsäulenoperationen"

Sitzen ist die schlechteste Haltung für unsere Wirbelsäule
Im Rahmen des Gesundheitsforums referierte Heidi Beblawi über das Thema "Prä- und Postoperative Verfahren und Therapien bei Wirbelsäulenoperationen". Heidi Beblawi ist leitende Physiotherapeutin der Physikalischen Therapie an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen.
"Erkrankungen am Bewegungsapparat stehen in Deutschland mit an erster Stelle" so Beblawi.
Eine der Hauptursache für die Erkrankungen der Wirbelsäule sind zu wenig Bewegung und falsche Bewegungsmuster die sich im Laufe des Lebens einprägen. Bei der Behandlung der Beschwerden müssen sie mühevoll und mit viel Disziplin wieder "umerzogen" werden. Sehr anschaulich demonstrierte die Physiotherapeutin die falsche Haltung beim Stehen, Gehen und Heben.
Psychische Belastungen und Stress wirken sich ebenfalls negativ auf die Beschwerdesymptomatik aus, berichtet Beblawi.
Täglich eine viertel Stunde Gymnastik wäre optimal. Wer ins Fitnessstudio geht darf nur unter Anleitung eines Therapeuten mit den Übungen beginnen, denn auch ein falsches Üben kann Schäden an der Wirbelsäule verursachen.
Bandscheibenvorfälle werden Anfangs grundsätzlich konservativ, z.B. mit Schlingentisch, Krankengymnastik, Elektrotherapie oder Stangerbad behandelt. Erst wenn die ganze Sparte der konservativen Behandlungen keine Besserung bringt wird der Arzt eine Operation in Betracht ziehen.
Bei Lähmungserscheinungen ist eine Operation oft unumgänglich.
"Frisch operierte Patienten sind wie ein rohes Ei zu behandeln," rät Heidi Beblawi.
"Am ersten Tag nach der Operation kann der Patient aufstehen. Am zweiten Tag beginnen die isometrischen Übungen und am vierten Tag nach der OP darf der Patient bei uns in der Ilmtalklinik schon ins Bewegungsbad. Sitzen ist tabu".
Nach der Entlassung aus der Klinik ist eine Weiterbehandlung in einer
Physikalischen Therapie unumgänglich.
Anhand von Folien veranschaulichte die Dozentin falsche und richtige Arbeitshaltungen und erläuterte die Auswirkungen auf die Wirbelsäule.
Regelmäßig Sport treiben, walken und schwimmen im ca. 33 Grad warmen Wasser ist ideal, wobei Brustschwimmen für Patienten mit Wirbelsäulenschäden nicht geeignet ist..
Wenn die neu "antrainierten" Alttagsbewegungen richtig durchgeführt werden sind diese schon Training und helfen die Beschwerden am Bewegungsapparat in Griff zu bekommen.
Im Anschluss an den informativen Vortrag nutzten viele der interessierten Zuhörer die Gelegenheit, detaillierte Fragen an die Referentin zu stellen.

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