Vorbeugung, Erkennung und Behandlung des Herzinfarkts

Die wichtigste, dem Herzinfarkt vorbeugende Maßnahme ist die vollständige Aufgabe des Rauchens

Im Rahmen des Gesundheitsforums Pfaffenhofen berichtete vor kurzem Privatdozent Dr. Christian Firschke über die Vorbeugung, Erkennung sowie die Diagnostik und Therapie des Herzinfarktes. Dr. Firschke ist leitender Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen.
Einleitend verdeutlichte der Kardiologe, dass der Herzinfarkt ein Problem der industrialisierten Länder sei. "Der eigene Lebensstil ist immens entscheidend für die Entwicklung eines Herzinfarktes" erklärte Dr. Firschke. Von den ca. 130.000 Herzinfarkten pro Jahr in Deutschland versterben mehr als die Hälfte der Patienten, wobei Frauen hier wiederum in der Mehrzahl sind. Bei Frauen ist die Symptomatik nicht so klar hinweisend und eindeutig wie bei männlichen "Herzinfarkt-Kandidaten". Das Hormon Östrogen scheint eine gewisse Schutzwirkung zu besitzen. Bei Ihnen treten Herzinfarkte erst viel später, in bzw. nach den Wechseljahren, auf.
Die Risikofaktoren für die Entwicklung eines Herzinfarktes sind vielseitig, den größten Teil können wir erfreulicherweise beeinflussen. Rauchen, Übergewicht, Art und Weise des Essens, mangelnde körperliche Aktivität, zu hoher Blutdruck und z.B. Gefühle "in sich rein fressen" geben einem Herzinfarkt Vorschub. Nicht beeinflussbar ist die angeborene Veranlagung einer Fettstoffwechselstörung, hohes Alter und das Geschlecht. "Die explosionsartige Zunahme der Zuckerkrankheit wird sich auch in Bezug auf Herzinfarkte negativ auswirken" bemerkte der Dozent. Sie hat einen entscheidenden Einfuß auf die Gefäßwände. Diabetiker neigen immer wieder zu Herzinfarkten.
"Bei den vorbeugenden Maßnahmen gibt es kein "alles oder nichts Prinzip". Jede Bewegung, jedes Treppensteigen, Fahrrad fahren, jedes Kilo Gewichtsabnahme hilft das Herzinfarktrisiko zu minimieren" hebt Dr. Firschke hervor.
Bei Frauen ist die Hormonersatztherapie in den Wechseljahren vorbeugend gegen Herzinfarkte propagiert worden. Heute weis man aber, dass eine Hormonersatztherapie das Herzinfarktrisiko sicher nicht verringert. "Auch die vielerorts propagierte Einnahme von Vitamin C, E oder Beta Carotin als Schutzfaktor gegen den Herzinfarkt, entbehrt jeder Grundlage" so Dr. Firschke.


Privatdozent, Dr. med. Christian Firschke (Internist und Kardiologe) informierte im Rahmen des Gesundheitsforums über Vorbeugung, Erkennung sowie Diagnostik und Therapie des Herzinfarktes. Dr. Christian Firschke ist leitender Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen.

Mit der Aufgabe des Rauchens, Erstreben des Normalgewichts, ballaststoffreicher-, dafür aber fleisch-, fett- und cholesterinarmer Ernährung, wie z.B. viel frisches Obst und Gemüse, Salate, Vollkornprodukte und Seefisch kann dem Herzinfarktrisiko entgegen getreten werden. Auch Rotwein in geringen Mengen scheint sich positiv auszuwirken.
Diese darf allerdings 15 g (z. B. ein achtel Liter Wein) täglich nicht überschreiten. Cholesterin- und Blutdruckwerte müssen ggf. mit Medikamenten in einen optimalen Bereich gebracht werden.
Ein ganz wesentlicher Faktor zur Vermeidung eines Infarktes ist die regelmäßige körperliche Betätigung. Jedes Mehr an körperlicher Belastung über die Alltagsaktivitäten hinaus hat einen günstigen Effekt.
Sehr ausführlich erläuterte der Kardiologe die typischen Anzeichen eines Herzinfarktes und wie wichtig die schnelle Behandlung durch einen Herzkatheter ist.
Der Dozent veranschaulichte seinen Vortrag mit zum Teil "bewegten" Bildern, so das der "Zuseher" das pulsierende Herz und die defekte oder funktionierende Herzklappe sehr gut erkennen konnte.
Das Herzkatheterlabor, verschiedene Formen des Herzkatheters, die Erweiterung eines verschlossenen Herzkranzgefäßes (Ballondilatation) sowie das Einsetzen und die Funktionsweise eines Stents wurden dargelegt. Weiterhin führte Dr. Firschke aus wann und wie lange, bestimmte Medikamente bei einem Herzinfarkt oder nach einer Herzkatheterbehandlung eingenommen werden müssen.
Im Anschluss an den informativen Vortrag stand Dr. Firschke noch für Fragen zur Verfügung. Dieses Angebot wurde von interessierten Zuhörern ausgiebig genutzt.

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