Ein kurzweiliger Blick hinter die Kulissen der Pfaffenhofener Ilmtalklinik

Pfaffenhofen (ind) Eine Geburtstagsfeier, die Gastgeber und Gäste wohl so schnell vergessen werden, richtete die Ilmtalklinik Pfaffenhofen mit dem Tag der offenen Tür anlässlich ihres 20jährigen Bestehens aus. Das bunte Programm bot am Sonntag vielen Hundert Besuchern einen kurzweiligen Blick hinter die Kulissen und vermittelte vor allem, dass aus dem ehemaligen Kreiskrankenhaus ein moderner und kundenorientierter Servicebetrieb geworden ist, der zudem wirtschaftlich tadellos geführt ist.
Die Belegschaft der Ilmtalklinik präsentierte sich ihren Gästen als aufgeschlossenes, freundliches Team, und wäre die Ursache eines Klinikaufenthaltes nicht meist mit einem unangenehmen Anlass verbunden, hätte man beileibe Lust darauf bekommen können. Im Mittelpunkt des Interesses vieler Besucher stand vor allem das nagelneue Kompetenzzentrum für Herz- und Kreislauferkrankungen, in dem Dr. Christian Firschke und Dr. Roland Halbritter mit ihrer Mannschaft das moderne Herzkatheterlabor ebenso präsentierten wie etwa auch Herzschrittmacher verschiedenster Generationen.
In diesem Bereich der Ilmtalklinik wurde der medizinische Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte besonders transparent dargestellt. Eher "handwerklich" ging es zu, als Dr. Roland Burgert in der Eingangshalle die verschiedenen Werkzeuge der Unfallchirurgie erläuterte, umgeben von etlichen Belegärzten, die als Fachärzte für Orthopädie, Plastische Chirurgie, Hals-Nasen-Ohren oder Gynäkologie vom täglichen Betrieb der Ilmtalklinik nicht mehr wegzudenken sind.

Dr. med. Roland Burgert gab eine Einführung in Grundbegriffe der Unfallchirurgie.

Am eigenen Leib erfahren durften die Gäste das Leistungsprogramm der Physikalischen Therapie, wo kostenlose Massagen angeboten wurden sowie des Labores, das ebenso unentgeltlich Cholesterin- und Blutzuckermessungen anbot.
Bedauerlicherweise musste Gesundheitsexperte Horst Seehofer seinen Besuch wegen eines kurzfristig anberaumten Termines in Berlin absagen. Für ihn sprang Landtagsabgeordnete Erika Görlitz in die Bresche und skizzierte im Rahmen eines kurzen Vortrages aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitspolitik: Notwendig seien vor allem ein sozialer Ausgleich und die freie Arztwahl, so Görlitz. Jeder Einzelne müsse aber auch mehr Eigenverantwortung übernehmen. Die Ilmtalklinik sei ein leistungsfähiges Zentrum mit motiviertem Personal und könne in der wirtschaftlich schwierigen Landschaft des Krankenhauswesens sicherlich bestehen. Es sei sehr zu begrüssen, dass sich ein Haus wie die Ilmtalklinik öffnet und zeigt, so die Landtagsabgeordnete. Landrat Rudi Engelhard, der als Vorsitzender des Aufsichtsrates auch oberster Wächter über die Ilmtalklinik ist, dankte dem Kreistag für die wegweisende Entscheidung, das Herzkatheterlabor einzurichten: Schon in den ersten vier Betriebswochen war diese Einrichtung ausgelastet, die trotz ihrer hohen Anschaffungskosten Basis für die weitere wirtschaftlich gesunde Entwicklung der Ilmtalklinik in einer Zeit "allgemein klammer Kassen" ist, so Engelhard. Als Garanten für ein stabiles Gesundheitssystem im Landkreis Pfaffenhofen lobte Engelhard im Zusammenhang mit der Ilmtalklinik auch alle niedergelassenen Ärzte sowie den neu organisierten Notarztdienst.

Vor allem die kleinen Besucher hatten beim "Probe-Gipsen" eine Menge Spaß.

Aus Sicht der Ärzteschaft nahm im Rahmen eines "medizinischen Frühschoppens" Dr. Thomas Buhr Stellung zu den aktuellen Entwicklungen, die aus der Umstellung auf das sogenannte Fallpauschalensystem resultierten: Der Trend werde hin zu mehr ambulanten Behandlungen zeigen, die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, vor allem auch mit den Belegärzten an der Ilmtalklinik sei wichtiger als je zuvor. Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen, ist der Bereich ambulantes Operieren erweitert und optimiert worden, auch die Einrichtung von Kurzzeitpflegeplätzen hilft hier unterstützend. Ilmtalklinik-Geschäftsführer Hans Huber hatte gemeinsam mit der gesamten Belegschaft ein buntes Unterhaltungs- und Gastronomieprogramm auf die Beine gestellt, das keine Wünsche offen ließ. Die kulinarischen Schmankerl reichten von frischen Steckerlfischen des Fischervereines, bis hin zu einem mannigfaltigen Angebot der hauseigenen Küche. Begehrt waren die Plätze im Rundflughubschrauber, der pausenlos seine Runden über der Kreisstadt drehte, von den jüngeren Besuchern ebenso dicht umlagert waren die vielen Spieleinrichtungen wie etwa das Bungee-Trampolin, das Bullriding oder die Hüpfburg. Und wer sich nach einem erlebnisreichen Tag ein Stück Ilmtalklinik mit nach Hause nehmen wollte, konnte im Flohmarkt auf dem Wirtschaftshof um ausgesonderte Einrichtungsgegenstände feilschen oder sich beim Spaßgipsen seinen Arm fixieren lassen.

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