Tägliches Mittagessen aus der Klinikküche

Ilmtalklinik will Essenbelieferung weiter ausbauen -
Firmen angeschrieben

Pfaffenhofen (ea) Aneinandergereiht stehen in der Küche der Ilmtalklink große, graue Behälter. Einige sind schon mit Kartoffelsalat, Spinatcremesuppe und Chinareis gefüllt - und auch die anderen bleiben nicht lange leer: Während an einem Herd Calamari knusprig ausgebacken werden, zeigt Alexander Ganser, Betriebschef der Klinikküche, auf die Speisekarte: "Heute gibt es auch Frühlingsrollen." Doch das Essen ist nicht etwa für die Patienten oder die Besucher der Cafeteria in der Ilmtalklinik gedacht, sondern für andere Kunden: Ein Großteil der Portionen wird an die Landwirtschaftsschule geliefert. Außerdem bestellen viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Landratsamtes ihr Mittagessen in der Küche der Ilmtalklinik.
Und in der Klinik hofft man auf weitere Kunden. So wurden jetzt alle größeren Betriebe in Pfaffenhofen angeschrieben und über das Angebot der Essenbelieferung informiert. Durch diesen Service hofft die Ilmtalklinik Dienstleistungs-GmbH - ihr ist die Klinikküche untergliedert - auf eine bessere Auslastung der Küche - und damit auf eine zusätzliche Einnahmequelle. "Wir machen einigen Gaststätten Konkurrenz", räumt der Geschäftsführer der Ilmtalklinik Hans Huber ein, verweist gleichzeitige aber auf die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit: Durch die Einführung der Fallpauschalen und der damit einher gehenden kürzeren Aufenthaltszeiten der Patienten in der Klinik war die Küche heuer nicht so ausgelastet wie in den Jahren zuvor. Huber: "Das trifft die Klinik stark." Wurden bislang jährlich rund 70.000 Essen zubereitet, waren es heuer 10.000 weniger. "Wir haben hohe Fixkosten und brauchen das Personal", erklärt Huber. Diese Lücke soll nun mit der Essenbelieferung geschlossen werden.
Zwei verschiedene Hauptgerichte sowie eine Suppe werden täglich angeboten. Zum Preis von rund 4,80 Euro. "Derzeit liefern wir jeden Tag etwa 70 Essen außer Haus", berichtet Huber. Gedacht ist die Essenslieferung nur für Betriebe, die größere Bestellungen - wie etwa zehn Essen täglich - bestellen. Die Lieferung an Privathaushalte ist nicht vorgesehen, versichert Huber. "Wir wollen nicht mit Essen auf Rädern konkurrieren."
Kein großer Dorn im Auge ist das klinisch-kulinarische Angebot den Gastwirten im Landkreis. Auf den ersten Blick berge der neue Service zwar Zündstoff, erklärte der Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Heinrich Kohlhuber, der per Rundfax betroffene Wirtskollegen über das Thema informierte. Doch die direkte Lieferung könnten die Restaurants in der Regel auch nicht anbieten. Zudem würden bereits einige Unternehmen "von außen" beliefert. Und da sei es doch sowieso besser, wenn das Essen von der Ilmtalklinik im Landkreis produziert werde. "Das sind Arbeitsplätze", so Kohlhuber.

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