Herzpatienten aus dem Landkreis können jetzt aufatmen

Neues Herzkatheterlabor an der Ilmtalklinik erspart viel Zeit und lange Wege/
Neue Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt

(lbe) "Dieser Herzkatheter wird für unsere gesamte Klinik einen innovativen Schub bringen, er wird die Attraktivität und damit auch die Wirtschaftlichkeit der Ilmtalklinik deutlich steigern." Dr. Roland Halbritter, Kardiologe und Chefarzt der Inneren Medizin in der Pfaffenhofener Ilmtalklinik, wies am Samstag bei der Eröffnung des neuen Herzkatheterlabors eindringlich auf die Bedeutung dieser neuen Einrichtung hin.
"Mit dem Herzkatheter hat der Herzinfarkt viel von seinem Schrecken verloren", erläuterte Halbritter, dass die Therapie in der Kardiologie sich in den letzten zehn Jahren entscheidend Verändert habe. Heute würden eine Angina pectoris oder ein akuter Herzinfarkt nicht mehr mit Medikamenten, sondern mit dem Herzkatheter behandelt: "Die Lebenserwartung ist dadurch deutlich gestiegen. Der Herzkatheter ist für die Patienten unentbehrlich geworden." Die Einrichtung eines eigenen Herzkatheterlabors in der Ilmtalklinik war seit Jahren ein Herzenswunsch des Chefarztes - die Erfüllung ließ allerdings aus finanziellen Gründen lange auf sich warten. So hatte der Herzspezialist seine Patienten bisher immer zur Untersuchung oder auch Behandlung an Münchener Kliniken überweisen müssen, was nicht nur weniger Patienten für die Ilmtalklinik bedeutete, sondern manchmal auch einen Zeitverlust in einer Situation, wo Minuten lebensentscheidend sein können.
"All das ist jetzt vorbei!" atmete Dr. Halbritter auf und freute sich, einen hervorragenden Experten als neuen Kollegen, Leiter des Herzkatheterlabors und seinen designierten Nachfolger vorstellen zu können: Dr. Christian Firschke, Kardiologe, Internist und Intensivmediziner, war bisher im Deutschen Herzzentrum in München tätig. Das gleiche Herzkathetergerät, mit dem er dort gearbeitet hat, wurde jetzt auch für, die Ilmtalklinik angeschafft.
Eine Million Euro hat der Landkreis für das Innova 2000 Herzkatheterlabor von General Electrics bezahlt, während die Ilmtalklinik GmbH den 300.000 Euro teuren Umbau finanziert hat. Die kardiologische Funktionsdiagnostik wurde vom Erdgeschoss in den 2. Stock verlegt und zusammen mit dem neuen Herzkatheterlabor konnte dort auf 600 Quadratmetern ein komplettes Kompetenzzentrum für Herz- und Kreislauferkrankungen eingerichtet werden. Zwischen der Intensivstation und der kardiologischen Station V ist das Herzzentrum optimal situiert und erspart den Patienten lange Wege.
Zur Vorstellung des neuen Herzkatheterlabors - musikalisch schwungvoll begleitet von den "Rossinis" - waren am Samstag vor allem Mediziner aus der ganzen Region eingeladen. Landrat Rudi Engelhard begrüßte neben den niedergelassenen Ärzten und den Vertretern der umliegenden Krankenhäuser unter anderem auch Herzspezialisten aus dem Münchener Herzzentrum, Vertreter der Rettungsleitstelle und der Rettungswache, der Apotheken und Altenheime sowie die Kreisräte und die Mitglieder des Aufsichtsrates der Ilmtalklinik und nicht zuletzt seinen Amtsvorgänger Dr. Traugott Scherg.
"Wir wollen den Patienten ein Mehr an Leistung und an Qualität bieten", betonte Engelhard und bezeichnete das Herzkatheterlabor als wichtigen Beitrag, um die medizinische Versorgung vor Ort zu erhalten und weiter zu verbessern. "So profitiert die ganze Region von unserer Einrichtung", erklärte der Landrat und wünschte, dass damit möglichst vielen Patienten geholfen werden könne.
Engelhard erläuterte, dass der Kreistag die Anschaffung des Herzkatheters intensiv erörtert habe. Die gewaltige Investition von einer Million Euro sei schließlich mit breiter Übereinstimmung im Oktober 2003 beschlossen worden und dann sei das Projekt in wenigen Monaten zügig in die Tat umgesetzt worden. Er selbst, so fügte Engelhard hinzu, sei in München schon zweimal mit dem Herzkatheter untersucht worden und er könne alle Patienten beruhigen: "Der Katheter tut überhaupt nicht weh!" Dem konnte auch der erste Patient, der schon am Freitagmorgen in dem neuen Labor untersucht worden war, nur zustimmen.
Der Landrat dankte den Kreisräten für die Bereitstellung des Geldes, dem kaufmännischen Leiter der Ilmtalklinik, Marco Wödl, für die Projektleitung, allen Beteiligten für die zügige Umsetzung und den Mitarbeitern, Patienten und deren Angehörigen der benachbarten Stationen für das Verständnis während der Bauarbeiten. Die Pflegekräfte hätten die notwendigen Schulungen durchlaufen, fügte Engelhard hinzu, und die beiden versierten Herzspezialisten Dr. Halbritter und Dr. Firschke seien Garanten für Behandlungen auf höchstem medizinischen Niveau.
Dr. Christian Firschke stellte sich allen niedergelassenen Ärzten sowie Kollegen aus den umliegenden Krankenhäusern als Ansprechpartner zur Verfügung. Er lud sie ein, sich einen persönlichen Eindruck von den neuen Geräten zu machen und diese neuen Möglichkeiten auch künftig für ihre Patienten zu nutzen. Die beiden Kardiologen übernahmen dann die Führung durch die neuen Räume mit dem Herzkatheterlabor als "Herzstück". Der interessierten Öffentlichkeit wird das neue Kompetenzzentrum für Herz- und Kreislauferkrankungen beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 16. Mai, vorgestellt.

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