|
"Bewegung, Bewegung, Bewegung"
Bewegung ist die beste Vorsorgemaßnahme gegen
Beinvenenthrombose und Lungenembolie
Im Rahmen des Gesundheitsforums der vhs referierte der Internist Dr. Hans-Roland
Stegemeyer, Oberarzt der Inneren Medizin an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen,
über das Thema: Beinvenenthrombose und Lungenembolie.
Zu Beginn erläuterte der Dozent die Begriffe Thrombose, Embolie sowie
postthrombotisches Syndrom und ging kurz auf die historische Entwicklung
über das Wissen der Thrombose ein. "Die Virchow´ Trias
war eine wegweisende Erkenntnis von Rudolf Virchow vor 150 Jahren die
noch heute Gültigkeit hat. Thrombosen entstehen durch krankhafte
Veränderungen der Blutgerinnung, der Blutströmung und der Gefäßwand,
erklärt Dr. Stegemeyer.
Die Beinvenenthrombose ist die dritthäufigste Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems
in unserer Bevölkerung. Jährlich erkranken drei von 1000 Personen
an einer tiefen Beinvenenthrombose, informiert der Dozent, wobei bei der
Lungenembolie in 50 Prozent der Fälle vorher eine Thrombose ablief
die vom Erkrankten gar nicht registriert wurde. Das schwierigste Unterfangen
ist eine korrekte Diagnosestellung da die Symptomatik so vielseitig, ja
ein "Chamäleon" sei. "Ein kurzes Stechen und schon
ist wieder alles vorbei. Vom weniger typischen Husten, der Zyanose (bläuliche
Verfärbungen der Haut) und Bluthusten bis hin zur typischen Symptomatik
wie plötzliche Atemnot, atemabhängiger Brustschmerz und Kollaps
reichen die Krankheitszeichen" informiert Dr. Stegemeyer.
Risikofaktoren für die Lungenembolie sind ein Alter über 50
Jahren, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die hormonelle
Umstellung in der Schwangerschaft führt zu einem fünf- bis sechsmal
höherem Risiko, Medikamente wie die Pille und zusätzlich Rauchen,
Tumorerkrankungen und angeborenen Blutgerinnungsstörungen begünstigen
eine Lungenembolie.
Der Dozent verdeutlichte die schwierige Diagnosestellung anhand von Bildern
und ging ausführlich auf die Pathophysiologie und Therapie der Lungenembolie
und der tiefen Beinvenenthrombose ein.
Maßnahmen zur Vermeidung einer tiefen Beinvenethrombose oder Lungenembolie,
die man selbst beeinflussen kann sind ausreichende Flüssigkeitszufuhr
und bei Langstreckenflügen, langen Bus- oder Autofahrten darauf achten
sich zwischendurch immer wieder zu bewegen.
Mit Aspirin-Einnahme der Thrombose vorbeugen funktioniert leider nicht,
da Aspirin nur in den Arterien und nicht in den Venen wirkt.
Am Ende des Vortrages weist Dr. Stegemeyer eindringlich darauf hin "Bewegung,
Bewegung und noch mal Bewegung, dies ist die beste Prophylaxe zur Vermeidung
einer Thrombose oder Embolie".
Im Anschluss an den informativen Vortrag nutzten zahlreiche Zuhörer
die Gelegenheit, detaillierte Fragen über Antithrombosestrümpfe,
Markumar- oder Heparintherapie an den Referenten zu stellen.
zurück zur Übersicht
|