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Diagnostik und Therapie bei Herz- und Kreislauferkrankungen
Vorbeugung durch eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger
körperlicher Betätigung, gesunder Ernährung und Verzicht
auf Nikotinkonsum
Im Rahmen des Gesundheitsforums Pfaffenhofen berichtete Privatdozent Dr.
med. Christian Firschke über aktuelle Möglichkeiten der Diagnostik
und Therapie von Herzerkrankungen. Dr. Firschke ist leitender Oberarzt
der Abteilung für Innere Medizin an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen.
Im Vortragssaal der Klinik herrschte reger Andrang. Die Ilmtalklinik konnte
zu der Veranstaltung 80 Interessierte begrüßen, darunter auch
Landrat Rudi Engelhard. Der Landkreischef hat das Gesundheitsforum vor
fünf Jahren ins Leben gerufen. Dr. Firschke stellte zunächst
die funktionellen "Untereinheiten" des Herzens vor, den Herzmuskel,
die Herzkranzgefäße, die Herzklappen und das Erregungsleitungssystem.
Er informierte über mögliche Erkrankungen dieser einzelnen Elemente
mit den zur Auswahl stehenden Behandlungsoptionen.
Durch den Herzmuskel, den "Motor" des menschlichen Organismus,
wird die Pumpfunktion des Herzens aufrechterhalten. Als gemeinsame Spätfolge
vieler Herzerkrankungen kann die sogenannte Herzinsuffizienz entstehen.
Dabei ist der Herzmuskel in seiner Pumpleistung reduziert und die Herzkammern
sind meist erweitert. Neben Medikamenten, die hier an erster Stelle der
Therapie stehen, kann diese schwere Erkrankung heutzutage aber auch mit
modernen Schrittmachersystemen und im Extremfall durch eine Herztransplantation
behandelt werden. Eine andere Beeinträchtigung des Herzmuskels kann
durch eine Muskelverdickung, die sogenannte Herzmuskelhypertrophie, verursacht
werden. Meist ist ein langjähriger hoher Blutdruck die Ursache.
"Das Hochdruckherz ist trügerisch, da der Patient in der Regel
jahrelang beschwerdefrei bleibt" verdeutlicht der Dozent. "Häufig
kommt es dann aber zu einer nicht mehr reversiblen Einschränkung
der Pumpleistung und schwerwiegende Herzrhythmusstörungen können
auftreten. Daher ist bei Patienten mit hohem Blutdruck die gute medikamentöse
Blutdruckeinstellung langfristig sehr wichtig", so Dr. Firschke weiter.
Damit der Herzmuskel einwandfrei arbeiten kann ist seine Versorgung durch
mit Sauerstoff und Nährstoffen angereichertem Blut entscheidend.
Diese wichtige Aufgabe übernehmen die Herzkranzgefäße.
Diese Adern sind nur wenige Millimeter groß und durchziehen das
gesamte Herz. Die Verengung von Herzkranzgefäßen durch die
sogenannte Arteriosklerose ist eine der häufigsten Erkrankungen in
Deutschland und ihre Hauptkomplikation der Herzinfarkt die mit Abstand
häufigste Todesursache. "Der wichtigste Schritt zur Bekämpfung
dieser Erkrankung ist die Vorbeugung" erklärte der Dozent. "Vorbeugung
durch eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger körperlicher
Betätigung, gesunder Ernährung (Stichwort "mediterrane
Kost" mit Gemüse, Obst, wenig tierischem Fett und einem Schluck
Rotwein) und Verzicht auf Nikotinkonsum". Neben chirurgischen Eingriffen
(Bypassoperation) können Engstellen der Herzkranzgefäße
mit Hilfe des Herzkatheters behandelt werden. Dabei wird die Engstelle
mit einem winzigen Ballon aufgedehnt und in der Regel zur Stabilisierung
eine Gefäßstütze aus Metall (Stent) eingesetzt. Wenn entsprechende
Beschwerden z.B. Brustschmerzen beginnen, ist die unverzögerte Behandlung
wichtig, um einen Herzinfarkt zu vermeiden bzw. in seiner Ausdehnung zu
begrenzen. Daher wird voraussichtlich ab Anfang April, mit dem neuen Herzkatheterlabor,
auch an der Ilmtalklinik eine derartige Behandlungsmöglichkeit verfügbar
sein.
Die Kammern des Herzens sind untereinander, aber auch von den vom Herz
ausgehenden großen Gefäße durch die Herzklappen, die
wie Ventile arbeiten, getrennt. Sie sorgen dafür dass das Blut zum
richtigen Zeitpunkt in die richtige Richtung fließt. Die Herzklappen
können verengt oder undicht sein. Das kann angeboren oder im höheren
Lebensalter erworben werden. Hier steht die operative Behandlung ganz
im Vordergrund. Verengte oder undichte Herzklappen können durch biologische,
aus tierischem Material gefertigte, oder mechanische, aus Metall oder
Kunststoff bestehende, Prothesen ersetzt werden. Als letzte Funktionseinheit
wurde von Dr. Christian Firschke das Reizleitungssystem, sozusagen die
Elektrik des Herzens, angesprochen. Von hier gehen die Impulse für
jeden Herzschlag aus und werden zu allen Herzmuskelfasern geleitet. Prinzipiell
kann diese Leitung zu langsam werden, dabei können Schwindel und
Bewusstlosigkeit auftreten, dann benötigt der Patient einen Herzschrittmacher.
Wenn die Leitung zu schnell wird, kann mit Medikamenten (z. B. Betablocker)
eingegriffen werden; manchmal liegen zusätzliche Leitungsbahnen vor,
die mittels spezieller Herzkathetertechniken gefunden und verödet
werden können.
Im Anschluss an den informativen Vortrag stand Dr. Firschke noch für
Fragen zur Verfügung. Dieses Angebot wurde von zahlreichen interessierten
Zuhörern ausgiebig genutzt.
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