Narkose, eine Reise ins Traumland?

Narkose - was passiert da? Viele interessierte Zuhörer bei Gesundheitsforum

Im Rahmen des Gesundheitsforums referierte Dr. med. Renate Gähler über das Thema "Narkose - was passiert da? Dr. Gähler ist Chefärztin der Abteilung für Anästhesie an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen.
Dr. Gähler gab ein umfassendes Bild über all das, was vor, während und nach einer Narkose abläuft. Zu den zahlreichen Vorbereitungen gehören eine körperliche Untersuchung, eine Befragung über Vorerkrankungen, verwendete Medikamente, Allergien und Besonderheiten, eine Blutuntersuchung, EKG ab dem 45 Lebensjahr, und bei Personen über 60 Jahren auch eine Röntgenaufnahme der Lunge.
Dr. Gähler führte aus, dass der Patient über die verschiedenen möglichen Narkoseformen aufzuklären ist. Ein Zuhörer wollte darauf hin wissen, ob der Patient denn seine Narkose auswählen kann. "Dies ist bis zu einem bestimmten Grad möglich. Wenn der Patient aber z.B. an einem ausgeprägtem Asthma leidet, wird der Anästhesist versuchen, ihm eine Teilbetäubung anzubieten", so Dr. Gähler.
Am Vorabend der Operation wird eine Schlaftablette verabreicht, denn eine gute Nachtruhe ist wichtig für eine problemfreie Narkose. Ebenso wichtig ist, dass die Patienten ab 22 Uhr nicht mehr essen und vor allem nicht mehr rauchen, denn ein voller Magen gefährdet den Patienten. Weiter schilderte Dr. Gähler dann die morgendlichen Vorbereitungen auf der Station und im Einleitungsraum der Operationseinheit.
Sehr ausführlich und detailliert ging die Referentin auf die verschiedenen Narkosearten ein, ob Teilbetäubungen wie Peridural-, Spinalanästhesie (im Rückenmarkskanal), oder Betäubungsarten, bei denen nur das zu operierende Bein (oder Arm) schmerzfrei gehalten werden. Sie informierte, welche Narkose für die jeweilige Operation geeignet ist und wann eine bestimmte Narkoseform nicht angewendet werden kann, weil der Patient z. B. bestimmte Medikamente einnimmt. Als Vollnarkosen werden die balancierte Narkose und die totale intravenöse Anästhesie, genannt TIVA, eingesetzt. Bei letzterer Narkoseart werden alle Medikamente in die Vene gespritzt und nur Sauerstoff über den Beatmungsschlauch gegeben.

Ganz gespannt lauschen die Besucher den Ausführungen von Dr. Renate Gähler, (2.v.r.) Chefärztin der Anästhesieabteilung der Ilmtalklinik Pfaffenhofen. Unser Foto zeigt sie mit Besuchern des vhs-Gesundheitsforums bei der Präsentation von Nadeln, Kathetern und anderen Dingen, die für Narkosen benötigt werden.

Zusätzlich zu den Darlegungen veranschaulichte ein kurzer Film den Ablauf einer TIVA-Narkose. Erstaunt waren die Zuhörer, wie schnell der Patient nach der Operation aufwacht und ansprechbar ist.
Es entwickelte sich darauf hin eine rege Diskussion. Die interessierten Zuhörer schilderten ihre Erfahrungen mit Narkosen und erhielten auch gleich Antworten auf ihre Fragen. Eine Zuhörerin erzählte, sie habe immer Probleme mit Narkosen gehabt. Die letzten drei Narkosen in der Ilmtalklinik seien jedoch vollkommen problemlos gewesen. Sie könne die Ilmtalklinik jedem empfehlen.
Im Anschluss an den informativen Vortrag zeigte Dr. Renate Gähler den Besuchern am Präsentationstisch die für die jeweiligen Narkoseformen notwendigen Dinge wie z.B. Nadeln für Spinal- und Periduralanästhesie, Beatmungsschläuche, Beatmungsmasken und veranschaulichte deren Einsatz an anatomischen Modellen.

zurück zur Übersicht