Ilmtalklinik präsentiert erfolgreiches Hygienekonzept

Zu einem Informationsbesuch über den Hygiene-Standard in der Ilmtalklinik fand sich kürzlich Staatssekretärin Erika Görlitz zusammen mit einigen Mitgliedern der Frauen-Union des Landkreises ein. Mit dem Hinweis auf das Infektionsschutzgesetz betonte Görlitz die Wichtigkeit dieses Themas: leider seien bisher nur wenige Ärzte für diesen Bereich ausgebildet, doch Bayern habe in Professor Huber einen Fachmann, der zur Zeit dafür im ganzen Freistaat eingesetzt werde.
Geschäftsführer Marco Wödl begrüßte die Besucher und übergab dann das Wort an Dr. Thomas Buhr, der zusammen mit Hildegard Altenhöfer-Rückel (Hygiene-Fachkraft) die Verantwortung in diesem Bereich trägt. Dr. Buhr erklärte, dass oft Zeitungsartikel eine große Verunsicherung bewirken, wobei meist Einzelfälle aus Sensationslust aufgebauscht würden, und legte dann dar, durch welche Mikroorganismen Infektionen hervorgerufen werden könnten; dazu gehören Pilze, Bakterien, Viren und Prionen.
Wichtig für die Krankenhaushygiene seien die so genannten nosokomialen Infektionen, also bei einem Krankenhausaufenthalt erworbene Infektionen, die durch Kontakt, vor allem durch nicht gereinigte Hände, Nahrung, Wasser, Luft und Körperflüssigkeiten übertragen werden könnten. Die Krankenhaushygiene, so Dr. Buhr, sei "ein in sich geschlossenes System mit dein Ziel der Verbesserung und des Schutzes". Wie er weiter anführte, müsse dafür die Hygienekommission der Ilmtalklinik zunächst Ziele und Maßnahmen festlegen, dann einen Hygieneplan erstellen, der Maßnahmen und Regeln enthalte, und schließlich auch die Einhaltung der Maßnahmen und Regeln überwachen. In Pfaffenhofen gebe es dafür eine Klimaanlage. die vor allem im Operationssaal wichtig sei; dort werde praktisch keimfreie Luft über dem OP-Tisch ohne Zugluft eingespeist. Außerdem verfüge die Ilmtalklinik über einen Bereich zur Desinfektion von Betten und eine Einrichtung zur Reinigung und Sterilisation der medizinischen Geräte, so eine Band-WaschanIage und Sterilisationsgeräte. Für die Wanne zur Wassergeburt habe man eigene Methoden zur Keimfreihaltung entwickelt; durch den Wechsel der Antibiotika versuche man in der Klinik die Multiresistenz von Erregern. einzuschränken, da bei ständig gleichem Antibiotikum viele Erreger dagegen immun werden. Deshalb habe man hier auch sehr wenige nosokomiale Infektionen.
Auch Marco Wödl betonte, dass das Qualitätsmanagement der Klinik ständig nach Verbesserungen suche. Eine lebhafte Diskussion schloss sich noch an. bevor man die Einrichtungen zur Reinigung kurz besichtigte, soweit sie nicht im sterilen Bereich liegen.
Erich Gruber, Studiendirektor des Schyren-Gymnasiums

Die Mitglieder der Frauenunion und Staatssekretärin Erika Görlitz (3.v.l.) bei ihrem Informationsbesuch in der Ilmtalklinik.

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