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"Ja" zu neuem Finanzierungsmodell für
Notärzte
Kreisausschuss stellt sich hinter CSU-Antrag
Verhandlungen mit Kassenärztlicher Vereinigung laufen
Pfaffenhofen (ea) "Wir alle sind aufgerufen,
für die Menschen zu sorgen und der Notarztdienst ist eine Maßnahme,
die die Menschen trifft. Keiner weiß, wann man selber auf diesen
Dienst angewiesen ist." Mit diesen Worten bat Reinhard Heinrich,
Sprecher der CSU-Kreistagsfraktion, am Montag bei der Sitzung des Kreisausschusses
um Zustimmung für den von seiner Fraktion eingebrachten Vorschlag,
dass der Landkreis gemeinsam mit den Gemeinden ein Konzept zur Aufrechterhaltung
des Notarztdienstes erarbeiten soll - und erntete breite Zustimmung. Einstimmig
sprachen sich die Mitglieder des Kreisausschusses und aller Fraktionen
dafür aus, dass ein entsprechendes Modell erarbeitet wird.
Damit werden der Landkreis und die Kommunen voraussichtlich zusammen eine
Summe - im Gespräch sind etwa 100 000 Euro - als "Ausfallbürgschaft"
bereitstellen. Geplant ist, einen großen gemeinsamen Topf zu schaffen,
aus dem dann die im Landkreis eingesetzten Notärzte vergütet
werden. Auch die von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB)
gezahlten Pauschalen sollen in den Topf fließen. Ihre Zustimmung
müssen nun noch Kommunen abgeben, die letztendlich im Ernstfall mit
bis zu 50 Cent pro Einwohner zur Kasse gebeten werden. Geben auch die
Städte und Gemeinden grünes Licht, dürfte damit im Landkreis
Pfaffenhofen ein bayernweites Pilotprojekt entstehen. Denn nach Auskunft
von Michael Anschütz, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung
Bayern, die eigentlich den gesetzlichen Auftrag zur Sicherstellung des
Notarztdienstes hat, gibt es bislang kein vergleichbares Modell, bei dem
Kommunen und Landkreis in diesem Maße zur Finanzierung des Notarztdienstes
beitragen.
Wieviel Euro insgesamt nötig sein werden, um den Notarztdienst im
Landkreis aufrecht zu erhalten, das tüftelt derzeit der Geschäftsführer
der Ilmtalklinik, Hans Huber aus. Angedacht ist, die Notärzte nicht
mehr wie bisher pro Einsatz zu bezahlen, sondern mit einer garantierten
Gesamtpauschale von etwa 150 bis 200 Euro. Das Problem: Um Ärzte
für den Dienst zu gewinnen, muss auch eine entsprechende Vergütung
garantiert werden. Andernfalls leistet sonst ein Arzt zwölf Stunden
Notarztdienst - ohne einen Einsatz zu haben und damit ohne eine Pauschale
zu bekommen.
Ersten Kalkulationen zufolge seien, so Huber, für die Standorte Pfaffenhofen
und Geisenfeld mit rund 280 000 Euro Kosten zu rechnen. Ein Großteil
kann durch die von der KVB zu zahlenden Pauschalen gedeckt werden. Die
von Landkreis und Gemeinden zu schulternde Summe wird sich voraussichtlich
unter den in den Raum gestellten 100 000 Euro bewegen.
"Um Fakten zu schaffen" hat Huber bereits in der vorigen Woche
den bestehenden Vertrag mit der Kassenärztlichen Vereinigung gekündigt,
mit dem sich die Ilmtalklinik vor rund 20 Jahren bereiterklärt hatte,
den Notarztdienst zu übernehmen. "Das neue Arbeitsgesetz macht
es uns ab Januar 2004 unmöglich, den Notarztdienst in der bisherigen
Form aufrechtzuerhalten", so Huber in dem Kündigungsschreiben.
Unter dem Strich geht es bei der Kündigung auch um Geld: Während
die KVB in den vergangenen Jahren für den Standort in Geisenfeld
neben den Einsatz- auch Stundenpauschalen, sah die Ilmtalklinik keinen
Euro. Die Klinikärzte, die in ihrer Arbeitszeit den Notarztdienst
versahen, erhielten zwar für jeden Einsatz eine Pauschale, die ausgefallene
Arbeitszeit sei intern gegengerechnet worden. "Wir sind dem Geld
nie nachgelaufen", begründete Huber die Kündigung. Einen
ersten Teilerfolg hat Hubers Kündigungsschreiben bereits nach sich
gezogen: Wie Huber erklärte, habe die KV13 signalisiert, auch für
den Notarztstandort Pfaffenhofen künftig die Stundenpauschale zu
zahlen, damit würden circa 40 000 Euro mehr in den geplanten gemeinsamen
Topf fließen.
Wie Landrat Rudi Engelhard - er ist als Aufsichtsratsvorsitzender der
Ilmtalklinik und stellvertretender Vorsitzender des Rettungszweckverbandes
in die Verhandlungen mit eingebunden - in der Sitzung des Kreisausschusses
bekanntgab, ist vorgesehen, eine "Vereinigung der Notärzte"
zu gründen. Die Organisation wird die Ilmtalklinik übernehmen
und jeweils zum Jahresende die Abrechnung vorlegen. "Es ist sichergestellt,
dass das Geld voll in den Notarztdienst fließt und keine Verwaltungskosten
anfallen", so CSU-Fraktionssprecher Heinrich.
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