Moderne Alternativen zur Totaloperation

Dr. Petra Martin referierte im Rahmen des Gesundheitsforums der vhs im Vortragssaal der Ilmtalklinik über "Moderne Alternativen zur Totaloperation", die Ursachen von verstärkten Menstruationsblutungen, bisherige und neue Behandlungsmöglichkeiten.
  Im Rahmen des Gesundheitsforums der vhs referierte Dr. Petra Martin über das Thema "Moderne Alternativen zur Totaloperation". Dr. Martin ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und seit eineinhalb Jahren Belegärztin an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen. Zuvor war sie zehn Jahre im Klinikum Ingolstadt bei Prof. Keller operativ tätig.
Dr. Martin ging einführend auf die verschiedenen Ursachen (gutartige Muskelwucherun-gen, Polypen, Infektionen und evt. bösartige Tumore) von Blutungsstörungen ein und erklärte ausführlich den Aufbau der Uterusschleimhaut mit den monatlichen hormonellen Schwankungen.
Wichtig sei, so Dr. Martin, dass vor jeder Behandlung einer verstärkten Blutung oder bei Zwischenblutungen durch eine intensive Anamnese (Krankengeschichte) und Diagnostik bösartige Erkrankungen oder deren Vorstufen ausgeschlossen werden.

Die Gynäkologin zeigte sich erstaunt, wie lange manche Frau mit verstärkter Blutung zuwartet und oft erst bei starken Eisen- und Blutmangel und aschfahl im Gesicht den Arzt konsultiert.
Dr. Martin informierte über die verschieden Behandlungsmethoden und erläuterte deren Vor- und Nachteile.
Altbekannte Therapien sind die medikamentöse Behandlung, die Abtragung der obersten Schleimhautschicht mittels Ausschabung (Abrasio), oder deren elektro-chirurgische Verödung. Eine relativ selten angewandte Methode ist der Verschluss der zuführenden Blutgefäße in die Gebärmutter, wenn diese vergrößert ist. Dies führt zum Absterben des embolisierten Gewebebereiches und kann deshalb auch mit Schmerzen verbunden sein.
Ein großer Fortschritt bei der Behandlung von Myomen (gutartige Muskelwucherungen) war die Einführung endoskopischer Operationsmethoden, auch MIC genannt, die Abkürzung für Minimal Invasive Chirurgie. Bei der Bauchspiegelung sind nur ein Paar kleine Einschnitte nötig, durch die das Endoskop, in welchem eine Mini-Kamera eingebaut ist, in den Bauchraum geführt wird. Die Situation im Bauchraum wird auf einen Bildschirm übertragen.
Eine noch relativ neue und schonende Art der Therapie von Blutungsstörungen ist die Wärmebehandlung der Gebärmutterschleimhaut, das sogenannte ThermaChoice-Verfahren. "Sie müssen sich das vorstellen, wie einen Tauchsieder in einem Ballon, der die Zuckerlösung erwärmt", so Dr. Martin. Diese schonende Methode wird seit ca. einem Jahr sehr erfolgreich in der Ilmtalklinik durchgeführt.
Als letzte Alternative bleibt die Gebärmutterentfernung, die aber nur angewandt werden sollte, wenn andere Therapien keinen Erfolg versprechen.
Im Anschluss an den informativen Vortrag nutzten viele Zuhörerinnen die Gelegenheit, detaillierte Fragen an die Referentin zu stellen.


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