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Depressionen -
Eine Krankheit mit vielen Gesichtern
Im Rahmen des Gesundheitsforums der Volkshochschule
Pfaffenhofen referierte Dr. med. Claudia Paris, über das Thema "Depressionen
- Eine Krankheit mit vielen Gesichtern". Dr. Paris ist eine niedergelassene
Ärztin aus Pfaffenhofen, deren Fachgebiete die Neurologie und die
Psychiatrie (Psychotherapie) sind.
"In Deutschland leiden ungefähr vier Millionen Menschen der
Bevölkerung an Depressionen", so Dr. Paris, "davon sind
jedoch nur rund 10 % in ärztlicher Behandlung." Dies ist das
sogenannte "Eisberg"-Phänomen: Die kleine Spitze die über
das Wasser ragt stellt die Gruppe der diagnostizierten Patienten mit psychischen
Störungen in der Allgemeinbevölkerung und in der ärztlichen
Praxis dar. Der große Teil des "Eisberges" der unter dem
Wasser liegt und nicht zu erkennen ist steht dagegen für die große
Zahl unerkannter Patienten mit psychischen Störungen.
Depressionen sind multifaktoriell bedingt. Durch das Zusammenwirken psychischer,
sozialer und biologischer Faktoren wird der Gehirnstoffwechsel gestört
und es entstehen Depressionen. Diese bleiben oft jedoch lange unerkannt,
von Ärzten, wie von Patienten selbst. Meist sind depressive Patienten
eher in allgemeinärztlicher Versorgung zu finden. Sie klagen über
Magen-Beschwerden, Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen, Schwindelanfälle
usw.
Die drei Hauptsymptome depressiver Episoden sind laut Dr. Paris eine depressive
Stimmung, Interessenverlust und Freudlosigkeit und als drittes Antriebsmangel
und leichtere Ermüdbarkeit. Hinzu können verschiedene Zusatzsymptome
wie verminderte Konzentrationsfähigkeit, Schuld- und Wertlosigkeitsgefühle,
Suizidgedanken, Schlafstörungen oder verminderter Appetit kommen.
Sogenannte "somatische", also körperbezogene Symptome die
auftreten können sind beispielsweise mangelnde emotionale Reaktion
auf sonst freudige Ereignisse, morgendliches Stimmungstief, deutlicher
Libidoverlust, Gewichtsverlust oder frühmorgendliches Erwachen.
Ist ein Patient in Behandlung, ist normalerweise nach etwa zwei Wochen
ein therapeutisches Ansprechen auf ein verabreichtes Medikament erkennbar.
Bei weiterer Behandlung scheinen die Krankheitserscheinungen abzuklingen.
Der Patient fühlt sich gut, und empfindet wieder Freude am Leben.
Um Rückfälle zu vermeiden darf die Behandlung nicht zu früh
abgebrochen werden. Deshalb wird bis zur vollständigen Genesung und
auch noch danach - in den meisten Fällen sogar bis zu zwei Jahren
- die Behandlung fortgesetzt. So soll eine mögliche spätere
Wiedererkrankung vermieden werden.
Im Anschluss an den informativen Vortrag nutzten viele der interessierten
Zuhörer die Gelegenheit, detaillierte Fragen an die Referentin zu
stellen.
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