Grünes Licht für Herzkatheter-Messplatz

Kreistag stellt Mittel zur Verfügung
Geschäftsführer Hans Huber: "Rechtzeitig am Markt positionieren"

Pfaffenhofen/Niederstimm (sag) Den Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines Herzkatheter-Messplatzes bei der Ilmtalklinik GmbH Pfaffenhofen hatte der Pfaffenhofener Kreistag bereits gefasst; am Montag in der Sitzung im NIederstimmer Gasthaus Kumpf ging es darum, dass das Gremium auch das erforderliche Geld zur Verfügung stellt. Erwartungsgemäß geschah dies einstimmig. Die Kreisräte schlossen sich damit unter anderem der Meinung von Hans Huber, Geschäftsführer der Ilmtalklinik, an. Dieser plädierte in der etwa einstündigen öffentlichen Sitzung des Kreistages dafür, dass man sich nicht zuletzt vor dem Hintergrund der zunehmenden finanziellen Misere im Krankenhauswesen "rechtzeitig am Markt positionieren" müsse.
Das
Gesundheitsreformgesetz hinterlasse auch hier seine Spuren. So gingen allein 20 bis 30 Prozent dem klassischen Krankenhaus dadurch verloren, dass viele, bisher stationär behandelte Fälle nunmehr ambulant behandelt werden müssten - die Krankenkassen verweigerten hierbei zunehmend die Übernahme der stationären Behandlung. Das bedeute praktisch einen Bettenabbau um bis zur Hälfte der bisher zur Verfügung gehaltenen Kapazitäten.
In dem Maße, wei leichte Fälle immer mehr in den ambulanten Sektor abwanderten, müsse es Ziel sein, diesen frei werdenden Bereich mit der Behandlung schwererer Fälle zu kompensieren.
Die vorgesehene Errichtung eines Herzkatheter-Messplatzes und damit eine Schwerpunktbildung in der Ilmtalklinik im Bereich der Kardiologie bedeute eine wichtige Antwort auf diese Veränderung in der Krankenhauslandschaft, hieß es am Montag.

Ein solch moderner Herzkatheter-Messplatz wird jetzt auch an der Pfaffenhofener Ilmtalklinik eingerichtet.

Herzkatheterlabore stehen zurzeit in Ingolstadt, Dachau und Freising; ohne derartige Labors sind die Krankenhäuser i SChrobenhausen, Eichstätt, Kösching, Kelheim und Mainburg. Der neue Platz in der Ilmtalklinik soll bis zum ersten Jahresviertel 2004 eingerichtet sein.
Mit zirka 600 bis 800 Untersuchungen im Jahr werde man sich im wirtschaftlichen Bereich bewegen, so hoffte Huber. Eine Steigerung auf 1 000 bis 1 500 Untersuchungen in weniger als drei Jahren hielt er für möglich. Hierbei stützt sich das Landratsamt auf die Statistik, wonach auf 100 000 Einwohner 681 Herkatheterfälle kommen. Rund 200 000 Einwohner in den Landkreisen Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen inklusive umliegende Nachbarlandkreise lassen demnach auf einen "Markt" von mindestens 1000 statinären Herzkathetern pro Jahr schließen. Die Strategie für ein kardiologisches Kompetenzzentrum bei der Ilmtalklinik sei klar vorgegeben, so Huber.
Vorteilhaft sei es auch, so hieß es in der Sitzung, dass Patienten sich künftig direkt an die Klinik wenden könnten. Erste Angebote ergaben Kosten von zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro für den Messplatz. Hinzu kommen zirka 100 000 Euro an Umbaukosten. Huber erwartet jedoch, "dass die Preise sinken werden"; schließlich werde die Klinik alles, was über einer Million Euro läge selber schultern müssen.
Wie es nach der Errichtung des Herzkatheter-Messplatzes denn im Falle von eventuell auftretenden Komplikationen beim Patienten aussähe, wollte ein Ratsmitglied von Landrat Rudi Engelhard wissen. Ein gesamtklinischer Hintergrund sei vorhanden, meinte der Pfaffenhofener Landkreischef; in dem besagten Falle werde jedoch ein Eingriff am offenen Herzen nicht möglich sein. Für notwendige schnelle Hilfe sorge hierbei eine Hubschrauberverbindung nach Augsburg.

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