Innovative Behandlungskonzepte in der Frauenheilkunde

Neue Therapiemethoden gegen übermäßig starke Regelblutungen und Blasenschwäche

Bei einer Informationsveranstaltung für niedergelassene Ärzte informierte die Ilmtalklinik zusammen mit den Belegärzten der Gynäkologie über neue minimalinvasive Therapiemethoden gegen übermäßig starke Regelblutungen und unwillkürlichen Harnabgang. Die beiden neuen innovativen Verfahren unterstreichen die medizinische Qualität der gynäkologischen Abteilung an der Ilmtalklinik, die kürzlich von der Zeitschrift Ökotest als eine der besten deutschen Kliniken für Gynäkologie und Geburtshilfe ausgezeichnet wurde.
Priv. Doz. Dr. Erich Weiss, Chefarzt der Gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses Böblingen referierte über das sogenannte ThermaChoice Verfahren (medizinisch: thermische Endometriumablation, = Gebärmutterschleimhautentfernung durch Wärme).
Bei dieser Therapie wird unter Betäubung ein Ballon-Katheter vaginal in die Gebärmutter eingeführt und mit einer sterilen Lösung aufgefüllt, so passt er sich genau den anatomischen Gegebenheiten in der Gebärmutter an. Ein Heizelement erhitzt die Flüssigkeit auf 87 Grad und hält sie für acht Minuten aufrecht. Anschließend wird der Ballon entleert und der Katheter entfernt. Die Gebärmutterschleimhaut löst sich dann innerhalb von sechs bis acht Wochen selbstständig ab.
Diese neue Methode, die seit Mai diesen Jahres in der Ilmtalklinik durchgeführt wird, ist eine sehr schonende Alternative zur sogenannten Ausschabung oder zur Gebärmutterentfernung.

Die stellvertretende Pflegedirektorin der Ilmtalklinik Marianne Sigl-Wilke, neben Priv. Doz. Dr. med. Erich Weiss. Er referierte über die neue schonende Methode der Gebärmutterschleimhautentfernung mittels ThermaChoice.

"40 % der Frauen mit starken Regelblutungen könnten mit dieser neuen Methode behandelt werden. Voraussetzung für die Anwendung ist allerdings die abgeschlossene Familienplanung und bei den Voruntersuchungen müssen Abstrich und Gewebeentnahme ohne krankhaften Befund gewesen sein. Bei anormalen Gebärmutterbeschwerden wie z.B. Myome der Polypen und Gebärmutterkrebs kann diese Methode nicht angewandt werden", so Dr. Weiss.

Prof. Wolfgang Fischer, ehemaliger Chefarzt für Uro-Gynäkologie der Charite Berlin, referierte über das TVT - Verfahren (Tension-free Vaginal Tape = Spannungsfreies Scheidenband). Eine Therapiemethode für Frauen mit Blasenschwäche. Vornehmlich bei unwillkürlichem Harnabgang bei Belastung oder körperlichem Stress.
In örtlicher Betäubung wird ein Kunststoffband aus Polypropylen mit Hilfe zweier Einführhilfen von der Scheide aus unter die mittlere Harnröhre gelegt. Mit Unterstützung der Patientin wird die genaue Bandlage bestimmt. Durch das regelmäßige Husten und Pressen bei voller Blase kann sofort überprüft werden, ob unter Belastung Urin abgeht oder nicht. Der Eingriff dauert nur etwa 30 Minuten. Die Patientin kann bereits nach ca. einer Stunde wieder aufstehen und oft schon nach zwei bis drei Stunden wieder spontan Wasser lassen. Da dieses Verfahren extrem komplikationsarm ist, haben die Frauen anschließend nur geringe Schmerzen und können nach kurzer Liegezeit die Klinik wieder verlassen.
"Das TVT - Band darf nicht angezogen werden, es muss völlig locker gelegt werden.", so Prof. Fischer.
Die Therapie mit TVT, die seit gut einem Jahr an der Ilmtalklinik durchgeführt wird, verhilft ca. 80 % der Frauen mit Harninkontinez wieder zu einer normalen Harnkontrolle.

Prof. Dr. med. Wolfgang Fischer, ehemaliger Chefarzt der Charite Berlin (li.) und Dr. med. Anton Wiedemann, Belegarzt der Gynäkologie der Ilmtalklinik Pfaffenhofen, vor dem ThermaChoice Monitor (re.). Die neue schonende Methode für die sanfte Gebärmutterschleimhautentfernung mittels Wärme. (li.) Instrumentarium zur Therapie der Blasenschwäche.

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