Volkskrankheit Krampfadern

Große Resonanz bei Vortrag über Krampfadern in der Ilmtalklinik Pfaffenhofen

Im Rahmen des Gesundheitsforum der vhs referierte Dr. Bruno Mrozek, leitender Arzt der Chirurgischen Abteilung der Ilmtalklinik und Gefäßchirurg, über das Thema "Krampfader vor und nach dem offenen Bein".
Dr. Mrozek erklärte gleich zu Anfang, dass Krampfadern zwar keine lebensbedrohende Erkrankung sind, sie jedoch eins bis zwei Milliarden Euro Krankheitskosten pro Jahr verursachen, da sehr viele Personen damit belastet sind. Dies sind nur Behandlungsko-sten. Arbeitsausfälle und vorzeitige Berentung seien hierbei noch gar nicht einbezogen. Dr. Mrozek erläuterte ausführlich die Entstehung, auch mit erblicher Veranlagung, die Beschwerden, Behandlungsmöglichkeiten, Komplikationen, Folgeerkrankungen und die Verhaltensmaßnahmen bei Krampfadernleiden, die im medizinischem Fachjargon als Varikosis bezeichnet wird. Mit sehr eindrucksvollen Dias veranschaulichte der Dozent die harmlosen Besenreiser über die Varicosis bis zum offenen Bein.
Sehr vorteilhaft sei eine frühzeitige Behandlung, so der Chirurg. Allerdings treten in ca. acht bis zehn Prozent der Fälle im Laufe des Lebens wieder Krampfadern auf, auch bei hervorragendem Operationsergebnis.

Die in der Bevölkerung vorherrschende Meinung, Krampfadern könnten nur im Winter operiert werden, korrigierte der Dozent, indem er aufklärte, dass das Tragen von Kompressionsstrümpfen, die nach der Krampfadernoperation getragen werden müssen, im Sommer natürlich sehr lästig ist. Zudem haben viele Varizenpatienten im Winter keine Beschwerden während im Sommer an heißen Tagen die Beine dann wieder anschwellen und Schmerzen bereiten.
Dr. Mrozek informierte über eine neue Therapie zur Krampfaderentfernung. Über einen kleinen Hautschnitt wird ein Lichtleitstab unter den betroffenen Krampfaderbereich eingeführt und dieser von unten beleuchtet. Anschließend werden die Krampfadern mit einem winzigen motorgetriebenen Messer durchschnitten und gleichzeitig abgesaugt. Die Vorteile des neuen Verfahrens sind eine kürzere Operationsdauer und eine geringere Anzahl von Hautschnitten.
Als eine der wichtigsten vorbeugende Maßnahmen zur Verhütung von Krampfadern nannte Dr. Mrozek viel Bewegung. "Beingymnastik immer dann wenn sich das Sitzen und Stehen nicht vermeiden lässt. Bequeme Schuhe, keine einschnürenden Socken und Strümpfe, Normalgewicht, kein Alkohol, kein Nikotin und die Vermeidung der Einnahme von Hormonen sind ebenso Faktoren, die die Entstehung von Krampfadern verhüten beziehungsweise hinauszögern." so der Dozent.
Im Anschluss an den informativen Vortrag nutzten zahlreiche Zuhörer die Gelegenheit, detaillierte und persönliche Fragen an den Referenten zu stellen.

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