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Verein Leben retten jetzt gegründet
Unser Ziel ist es, in allen Teilen des Landkreises
einen optimalen Rettungsdienst anbieten zu können, mit diesen
Worten schilderte Landrat Rudi Engelhard den Auftrag, den sich der Verein
Leben retten bei seiner Gründung gab. Auslöser für
die Inititative zu noch besseren Rettungsstrukturen war ein Fax des Bezirksverbands
Oberbayern des Bayer. Roten Kreuzes, in dem mitgeteilt wurde, dass das
örtliche Rote Kreuz ab sofort die Fahrer und Assistenten für
Notärzte nicht mehr finanzieren darf.
Hintergrund dieser Verfügung ist offensichtlich eine Auseinandersetzung
zwischen den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung,
wer für diese Kosten zuständig ist. Der Schriftverkehr zwischen
dem Landrat und den Kostenträgern läßt eine kurzfristige
Lösung nicht erwarten. Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein
hat aber in Aussicht gestellt, die Finanzierung der Fahrer der Notarztfahrzeuge
bei der nächsten Novellierung des Bayer. Rettungsdienstgesetzes zu
lösen, so Engelhard. Offen ist jedoch, wann und in welcher Form dies
geschehen wird. So lange können wir nicht zusehen, betonte
Landrat Rudi Engelhard. Bei Unfällen oder akuten Krankheitsfällen,
wie z. B. Herzinfarkten und Schlaganfällen komme es letztlich auf
jede Sekunde an. Diese gehen verloren, wenn der Notarzt erst telefonieren
und auf der Karte den Einsatzort suchen müsse. In derart kritischen
Situationen könne der Arzt nicht alles machen. Der Notarzt
soll sich vor allem auf den bevorstehenden Einsatz vorbereiten und gegebenenfalls
den Fahrer bei der Zielsuche unterstützen, erläuterte
der Landkreischef.
Ein weiteres Problem sei, dass der Notarztstandort Pfaffenhofen vollständig
und der Standort Geisenfeld bis auf geringe Ausnahmen von Ärzten
der Ilmtalklinik sowie auch von nicht ortskundigen Notärzten anderer
Einrichtungen versorgt werden. Nur so sei ein Dienst an sieben Tagen und
an 24 Stunden zu gewährleisten. Nicht alle Ärzte sind ortskundig.
Deshalb ist man schon in der Vergangenheit dazu übergegangen, den
Ärzten ausgebildete Rettungssanitäter als Fahrer zur Verfügung
zu stellen. Dies habe sich auch bei der Versorgung von Unfallopfern und
Schwerstkranken bewährt.
Die Gründer des Vereins sind der Meinung, dass man nicht warten kann,
wie der Streit zwischen den Kostenträgern ausgeht, teilte Engelhard
mit. Auch könne man den ehrenamtlichen Sanitätern nicht zumuten,
dass sie Nacht für Nacht ohne Aufwandsentschädigung Dienst tun.
Wenn wir im Landkreis Pfaffenhofen zusammenstehen, können wir
die notwendige Finanzierung weitgehend sicherstellen, ist die Meinung
der Vereinsgründer.
Dazu müssen 2000 Familien gefunden werden, die bereit sind, im Jahr
25 Euro als Förderbeitrag einzulegen. Dieser Beitrag kann beim Lohnsteuerjahresausgleich
oder der Einkommenssteuererklärung steuermindernd geltend gemacht
werden. Dadurch erhält das Vereinsmitglied einen Teil des Beitrags
wieder vom Finanzamt zurück. Engelhard: Wenn das Geld reicht,
sollen damit nicht nur die Notarztfahrer bezahlt, sondern auch eine weitere
Verbesserung der Versorgung in Notfällen insbesondere in den peripheren
Land-kreisteilen erreicht werden. Hier ist eine Zusammenarbeit zwischen
dem Rettungsdienst und dem Landkreis und dem Ärztlichen Kreisverband
bereits vereinbart.
Eine weitere Sorge sei, dass wegen der Einsparungspolitik der Bundesregierung
sich die Bundeswehr aus der Bereitstellung von Rettungssanitätern
für den Krankenwagenstandort Oberstimm teilweise zurückziehen
muss. Es stehe einfach nicht mehr ausreichend Personal zur Verfügung.
Auch hier soll versucht werden, über den Förderverein zu helfen.
Um die Zwischenfinanzierung der Notarztfahrer sicherzustellen, ist vorübergehend
die Sparkasse Pfaffenhofen eingesprungen. Um Geld aufzutreiben werden
sich Landrat Rudi Engelhard und mehrere Bürgermeister von persönlichen
Geschenken und Gegenständen trennen und diese zur Mitfinanzierung
des Rettungsdienstes im Landkreis Pfaffenhofen anlässlich einer Dult
verkaufen. Darüber hinaus hoffen sie auf rege Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger. Wer mitmachen will und seinen Beitritt zum Verein Leben
retten erklären möchte, kann dies mit Beitrittserklärungen
tun, die demnächst in den Gemeinden, Behörden, Sparkassen und
Banken aufgelegt werden.
Pfaffenhofen a.d.Ilm, 26.07.2001
Landratsamt
I.A.
Huber
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