Serbische Ärzte zeigten sich tief beeindruckt von Ilmtalklinik

Tief beeindruckt von der guten medizinisch-technischen Ausstattung; den modernen Behandlungsmethoden und der effizienten Organisation in der Ilmtalklinik sind die beiden serbischen Ärzte, die derzeit im Krankenhaus von Pfaffenhofen hospitieren. Besonders dankbar sind sie den Ärzten und Mitarbietern der Klinik, die sie als Kollegen aufgenommen haben und alles tun, damit sie einen guten Einblick erhalten, viel erfahren und sich wohlfühlen. An der Finanzierung ihres Besuches beteiligt sich auch das deutsche Außenministerium.
Der Chirurg Dr. Pedrag Zivanovic und der Internist Dr. Radoje Petrovic hatten sich, wie sie in einem Gespräch mit dem Pfaffenhofener Kurier betonten, auf Deutschland und Pfaffenhofen sehr gefreut. In den vergangenen zehn Jahren war für sie als Serben eine Einreise in die Länder der Europäischen Union nicht möglich. Dadurch waren sie auch im Bereich der Medizin von der Diskussion und der Entwicklung in der Forschung abgeschnitten. Die beiden Ärzte aus Valjevo nehmen jeden Tag an den Besprechungen ihrer deutschen Kollegen teil, gehen bei den Visiten mit und sind bei den Operationen dabei. Dabei haben sie, wie Dr. Zivanovic betonte, viel Neues gelernt, das auch für ihre Arbeit im Krankenhaus von Valjevo hilfreich ist.
Dr. Petrovic lobte, dass sich Pfaffenhofener Ärzte bewusst Zeit für das Gespräch mit den Patienten nehmen und dabei viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung zeigen.

Bernd Duschner (r.), der Vorsitzende des Vereins "Freundschaft mit Valjevo", mit den beiden serbischen Ärzten Dr. Pedrag Zivanovic und Dr. Radoje Petrovic, die zur Zeit in der Ilmtalklinik hospitieren.
(Foto: Kabole, Karl-Bolko Lesser, Pfaffenhofen)

Was sind die größten Probleme im Krankenhaus von Valjevo? Das Krankenhaus und die staatliche Sozialversicherung haben kein Geld. Die medizinisch-technische Ausrüstung ist sehr alt und vieleGeräte nicht mehr voll funktionsfähig. Moderne Diagnostikgeräte wie ein Computertomograph, aber auch Ultraschallgeräte fehlen. Deshalb müssen die Patienten oft zur Untersuchung nach Belgrad gebracht werden. Dazu dient der Krankentransportwagen, den das Krankenhaus im Frühjahr aus Pfaffenhofen erhalten hat. Ein weiteres Problem ist der Mangel an Hilfsmaterial wie Spritzen, Verbandsmaterial und Medikamenten. Viele Medikamente und Hilfsmittel, wie zum Beispiel Prothesen müssen sich die Patienten selbst kaufen und ins Krankenhaus mitbringen. Die Behandlung der Patienten muss deshalb immer wieder unterbrochen werden und zieht sich endlos hin, eine große Belastung, speziell für die Betroffenen.
Dabei hat die Zahl der Kranken, wie Dr. Petrovic betont, in den letzten Jahren stark zugenommen. Der Zerfall Jugoslawiens, die Isolation und der Krieg haben für die Bevölkerung viel Stress und Belastung bedeutet. Da ein Großteil der Bevölkerung nach der Zerstörung vieler Fabriken im Krieg arbeitslos und ohne Geld ist, kam es zu einer starken Zunahme von Depressionen und psychosomatischen Krankheiten. Diabetes, Bluthochdruck, Geschwüre und Krebs sind die Folgen. Dr. Zivanovic weist auf seine eigene Familie hin: Mit seinen Kindern und seinen Eltern hat er, wie die ganze Bevölkerung von Valjevo, während der Bombardierungen über Monate im Keller gewohnt. Bei den Kindern, damals fünf und sieben Jahre alt, steckt die Angst tief. Beide geraten auch heute noch in Panik wenn sie ein Flugzeug hören.
Die Dialysegeräte, die Ende Dezember mit einem Hilfstransport aus Pfaffenhofen nach Valjevo gebracht werden, sind für ihr Krankenhaus eine große Hilfe. Dringend benötigt werden noch Diagnostikgeräte, Spritzen und Medikamente für die Behandlung von Krebs sowie Insulin. Um sie zu Weihnachten kaufen und mitbringen zu können sammeln die Mitglieder des Vereins "Freundschaft mit Valjevo".

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