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Wenn im Schlaf der Atem stockt...
„Haben Sie gut geschlafen? Wirklich? Na prima! Sie haben auch keine Einschlafschwierigkeiten? Das ist erfreulich. Wie bitte? Im Gegenteil, Sie schlafen sogar tagsüber problemlos ein? … ah ja, verstehe!
Ihre Gattin/Ihr Gatte kann es ja auch bestätigen. Sie schlafen die ganze Nacht wie ein Murmeltier und schnarchen dabei so laut, dass die Nachbarn ihre Fenster schließen müssen, wenn sie ruhig schlafen wollen. Als Arzt aber soll ich etwas tun, damit sie/er auch durchschlafen kann, weil sie/er so nie zur Ruhe kommt und schon ganz erschöpft ist. Getrennte Schlafzimmer wären eine Lösung, aber im Gästezimmer schläft die Oma…“
Kommt Ihnen diese Geschichte bekannt vor? Erkennen Sie sich? Oder kennen Sie einige Leute oder Paare, die so etwas erzählen? Das ist kein Zufall. In Deutschland leben etwa acht Millionen Betroffene mit dem Beschwerdebild „nicht erholsamer Schlaf“ und viele
von Ihnen leiden an der so genannten „Schlafapnoe“. Das sind die Patienten, die trotz angeblicher Nachtruhe tagsüber müde sind, in monotonen Situationen schnell
einschlafen und dessen Partner entweder aus dem gemeinsamen Schlafzimmer
flüchten, oder verzweifelt mit Schlafdefizit kämpfen. Die Situation wird richtig gefährlich, wenn das Schnarchen durch repetitive Atempausen - so genannte Apnoen - unterbrochen wird, währenddessen Ihr Körper verzweifelt versucht den Sauerstoffmangel zu kompensieren. Das ist für den Körper sehr belastend und im Extremfall kann es zu nächtlichem Blutdruckanstieg, Schlaganfall, Herzrhythmusstörung, Herzinfarkt und sogar zum plötzlichen Herztod führen.
Etwa 800000 Menschen im mittleren Alter in Deutschland haben ein therapiebedürftiges Schlafapnoesyndrom. Das obstruktive Schlafapnoesyndrom ist gekennzeichnet durch lautes, unregelmässiges Schnarchen und rezidivierende Atempausen von mehr als 10 Sekunden mit zum Teil hochgradigen Sauerstoffentsättigungen. Aber auch wenn die nächtliche Atmungsstörung noch nicht so fortgeschritten ist, haben Sie bestimmt keinen erholsamen und gesunden Schlaf.
Die Ärzte kennen das Problem sehr gut und wissen, dass es sehr ernst zu nehmen ist. Einerseits stellt die Tagesmüdigkeit und der daraus resultierende sogenannte Sekundenschlaf ein hohes Unfallrisiko dar, andererseits haben Menschen mit unbehandelter Schlafapnoe ein fünf bis sechsmal erhöhtes Herzinfarktrisiko und ein
acht bis zehnmal erhöhtes Schlaganfallrisiko im Vergleich zu Menschen mit Behandlung oder ohne diese Krankheit. Über 60 Prozent der Patienten haben bereits Bluthochdruck, viele von ihnen wissen es nicht einmal.
Die gute Nachricht ist, dass ab 24. Juni 2007 ein hochmodernes Schlaflabor im Krankenhaus Mainburg in Betrieb genommen wurde. Das Schlaflabor wird von Chefarzt
Dr. János Juhász geleitet, der neben seiner internistischen und pneumonologischen Fachausbildung Facharzt für Somnologie ist, das heißt, dass er Experte auf dem Gebiet
von schlafbezogenen Herz-Kreislauf- und Atmungsstörungen ist.
Dieses Schlaflabor war auch von den Hausärzten schon seit langer Zeit erwartet, die ihre Patienten nicht mehr in entfernte Schlaflabore schicken müssen, sondern hier vor Ort in Mainburg die bestmögliche Behandlung anbieten können. Die angenehme Sache für die Patienten in diesem Schlaflabor ist, dass es mit den modernsten kabellosen Polysomnographen (Geräte, die während des Schlafens verschiedene Lebensfunktionen, wie Hirnströme, Atmung, Herz-Kreislauf und Gliederbewegung registrieren) ausgerüstet
ist. Das heißt, die Patienten sind nicht mit zahllosen Kabeln „ans Bett gefesselt“, sondern können sich ganz frei bewegen. Diese Überwachung wird durch eine Funkübertragung
der physiologischen Messgrößen zwischen den Sensoren und dem Computer
verwirklicht. Das ermöglicht einerseits bequemere und bessere Schlafbedingungen, wodurch auch die Schlafqualität günstig beeinflusst wird, andererseits qualitativ bessere Untersuchungsergebnisse und Diagnosestellung. Die während des Schlafes
gemessenen Daten werden im Computer gespeichert und später von dem
behandelnden Arzt analisiert und bewertet. In der Regel verbringt man zwei Nächte im Schlaflabor, eine diagnostische- und eine Therapieeinstellungsnacht. Bei den schlafbezogenen Atmungsstörungen steht eine so genannte Positivdruckatmung mittels einer Nasenmaske (nCPAP-Therapie) im Vordergrund der Therapie. Nach ca. sechs bis acht Wochen ist bei Bedarf eine Kontrollnacht fällig. Danach können sich der Patient und Bettpartner endlich wieder mal so richtig ausschlafen. Zunächst arbeitet das Schlaflabor
mit zwei Messplätzen, das aber je nach Bedarf um weitere Messplätze erweitert werden kann.
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