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Ilmtalklinik GmbH Pfaffenhofen Ilmtalklinik GmbH Pfaffenhofen



Angiologie

In der Inneren Abteilung der Ilmtalklinik werden Erkrankungen des venösen und
arteriellen Gefässsystems auf hohem technischem Standard diagnostiziert und behandelt. Eine gründliche Anamnese und klinische Untersuchung des Patienten durch den Angiologen stehen dabei am Anfang jeglicher differentialdiagnostischen und therapeutischen Bemühungen.

An technischen Methoden  stehen zur Verfügung die cw-Dopplersonographie der peripheren Arterien und Venen sowie die Farbdoppler-kodierte Ultraschall-Duplexsonographie. Es gelingt mit diesen nicht-invasiven Methoden eine für den Patienten unbelastende morphologische insbesondere aber auch hämodynamische Analyse der erkrankten Arterien oder Venen. Bei stenosierender Arteriosklerose kann in der Mehrzahl der Fälle ein exakter
Stenosegrad in prozentualer Diameterreduktion ermittelt werden.

In Kooperation mit der Praxis für Radiologie und Nuklearmedizin (Dr. Boos und Dr. Moog) kann ein moderner 64-Zeilen-Spiral-Computertomograph (Siemens Sensation 64) und ein Magnetresonanztomograph (Siemens Magnetom) zur nichtinvasiven Bildgebung des gesamten Gefässbaums genutzt werden. Die ist insbesondere zur Planung katheterinterventioneller Eingriffe nützlich, da Zugangswege und Diameteraus-
messungen der Gefässe bereits die technische Vorgehensweise und die benötigten Materialien im Voraus planen lassen.

Im Mittelpunkt kathetertechnischer Interventionen stehen die arteriosklerotischen Gefässerkrankungen. Im Katheterlabor (volldigitales Flatpanel Cardangiographiesystem der neuesten Generation: General Electric Innova 2000) werden interventionelle Eingriffe an den Arterien von Becken und Beinen, den Schulter-Armarterien, den supraaortalen Arterien (Kardotisangioplastie)  und visceralen Arterien (insbesondere Nierenarterienangioplastie) vorgenommen. Die üblichen Zugangswege sind retrograde oder prograde Punktionen der A. femoralis communis, z. T. der Gebrauch von cross-over-Schleusen oder die Führung einer Intervention über die A. brachialis. Es stehen neben unterschiedlichen Führungsdrähten und  Ballonkathetern auch diverse ballonexpandierbare-, selbstexpandierbare Nitinol- und ummantelte (covered) Stents zur Verfügung. Zur Rekanalisation chronischer Verschlüsse werden hydrophile Drähte und hydrophile, dünnlumige Katheter benutzt.

Interventionen an der A. carotis können mit Einsatz sog. Embolieprotektionssysteme durchgeführt werden, kleine auffaltbare Schirmfilter mit 100 μm Porengrösse, die Embolisationen in den Hirnkreislauf während der Intervention verhindern sollen.

Manche arteriellen Gefässerkrankungen sind einer Katheterintervention nicht zugänglich und bedürfen eines gefässchirurgischen Eingriffs (meist die Bypassoperation an den Beinen bei langstreckigen Verschlüssen oder die Ausschälung verengenden Gewebes, die  Thrombendarterektomie). Diese werden in interdisziplinärer Kooperation mit der Chirurgischen Abteilung unseres Hauses (Chefarzt: PD Dr. Lange) diskutiert und im Hause durchgeführt. 2-mal wöchtenlich tagt das interdisziplinäre Gefäßboard der Ilmtalklinik unter Beteiligung der Angiologie, der Gefäßchirurgie, der Radiologie, der Neurologie und der Diabetologie. Die klinischen und bildgebenden Befunde der Gefäßpatienten werden demonstriert und das therapeutische Procedere  einvernehmlich festgelegt. Insbesondere bei geplanten Eingriffen an der A. carotis ist die Expertise des Neurologen zur Indikationsstellung und zur Qualitätskontrolle nach einer Intervention unerlässlich.

  Eine konsequente sekundärprophylaktische Therapie schliesst sich an jeden Gefässeingriff, egal ob chirurgisch oder endovaskulär, an und bedarf der individuellen Einstellung. Risikofaktoren wie art. Hypertonie, Diabetes mellitus und Hypercholesterinämie werden leitliniengerecht und zielwertorientiert behandelt. Art und Dauer einer Therapie mit Thrombozytenaggregationshemmern wird vor Entlassung bei jedem Patienten genau festgelegt. Es erfolgt zudem eine eingehende Beratung bzgl. Lebensstilmodifizierenden Massnahmen wie Raucherentwöhnung, Gewichtsreduktion und Anregungen zu vermehrter körperlichert Aktivität.

Bei vielen Patienten mit stabilen Stadien der  AVK ist grundsätzlich ein konservatives Vorgehen sinnvoll mit strukturiertem Gehtraining und intensiver medikamentöser
Therapie zur Sekundärprophylaxe. Bei schweren peripheren Ischämien ohne Rervaskularisations-möglichkeit ist alternativ eine Infusionstherapie mit Prostanoiden evidenzbasiert, um eine schnellere Wundheilung zu erreichen oder eine drohende Amputation zu verhindern bzw. zu begrenzen.

Ein weiterer Schwerpunkt angiologischer Tätigkeit ist die Diagnostik und Therapie
venöser Erkrankungen. Im Bereich der Akutmedizin sind dies die venöse Thrombose, überwiegend im Becken-Beinbereich, aber auch in der A. subclavia z.B. bei Portträgern, und deren Komplikation, die Lungenembolie sowie die chron. venöse Insuffizienz.

Mit der Kompressionsultrasonographie können in nahezu allen Fällen Thrombosen diagnostiziert werden. Eine Phlebographie mit Röntgenkontrastmittel ist nur noch in Ausnahmefällen notwendig. Die therapeutische Antikoagulation, bevorzugt mit niedermolekularen Heparinen s.c., und die Kompressionstherapie, initial mit elastischen Kurzzugbinden, später mit massangefertigten Kompressionsstrümpfen meist der Kompressionklasse II, sind die  wesentlichen therapeutischen Massnahmen bei Thrombosen.

Lungenembolien können rasch mittels Echokardiographie, Kontrastmittel-Spiral-CT oder mittels Lungen-Perfusions /-Ventilations-Szintigraphie diagnostiziert werden (Praxis für Radiologie und Nuklearmedizin, Dr. Boos und Dr. Moog, im Hause). Die weitere Behandlung dieser Patienten erfolgt zunächst auf der Intensivstation. Dort wird ggfs. aufgrund verschiedener klinischer, laborchemischer  und echokardiographischer
Kriterien eine Thrombus-auflösende Therapie (intravenöse Thrombolyse) durchgeführt.
 











 

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